Bundesregierung dementiert Nebenabsprache Tausche Euro-Hilfspaket gegen Chefposten


Nach der Zustimmung Deutschlands zum Euro-Rettungspaket sind nach einem Zeitungsbericht die Chancen von Bundesbank-Präsident Axel Weber gestiegen, Chef der EZB zu werden.

Die Bundesregierung hat einem Zeitungsbericht zufolge im Gegenzug zu ihrer Zustimmung zum milliardenschweren Rettungspaket für den Euro den Chefposten bei der Europäischen Zentralbank (EZB) gefordert. Die deutschen Vertreter hätten bei den Verhandlungen in der Nacht zu Montag darauf gedrängt, dass Bundesbankpräsident Axel Weber die Nachfolge von EZB-Chef Jean-Claude Trichet antritt, berichtete das "Handelsblatt" von Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise.

Laut "Handelsblatt" schaltete sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in die Verhandlungen ein - mit Erfolg. "Mehrere Euro-Länder haben dem Wunsch der Bundesregierung zugestimmt", zitierte die Zeitung einen Regierungsvertreter. Die Amtszeit Trichets endet im Oktober 2011. Die Bundesregierung drängt seit längerem auf Weber als Nachfolger. Ihm macht bislang unter anderem der italienisch Zentralbank-Gouverneur Mario Draghi Konkurrenz.

Die stellvertretende Regierungssprecherin Sabine Heimbach widersprach dem Bericht am Mittwoch. Sie hob hervor, "dass es eine solche Nebenabsprache nicht gegeben hat". Der Bericht entbehre jeder Grundlage.

AFP/Reuters Reuters

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