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"Frauen gehören in die Küche" Ein gutgemeinter Tweet von Burger King zum Weltfrauentag ging mächtig schief

Eine Filiale von Burger King
Burger King möchte weiblichen Angestellten helfen, eine Karriere in der Gastronomie zu beginnen
© Rafael Ben-Ari/Chameleons Eye / Picture Alliance
Burger King wollte am Weltfrauentag eigentlich darauf aufmerksam machen, wie wenige Frauen es in der Gastronomie nach oben schaffen. Das tat die Burgerkette aber etwas zu provokativ – und musste dann zurückrudern.

Am Weltfrauentag, der jedes Jahr am 8. März stattfindet, möchte jedes Unternehmen zeigen, wie viel Wert es auf Gleichberechtigung legt. Mag es sich dabei oft auch nur um Lippenbekenntnisse handeln, so entsteht doch zumindest an diesem Tag ein positives Bild in der Öffentlichkeit. Aber sogar das ging bei Burger King an diesem Tag schief.

Ein Tweet, den die Fast-Food-Kette mit ihrem britischen Twitter-Account zum Weltfrauentag absetzte, sorgte für ungläubiges Staunen bei den Usern. "Frauen gehören in die Küche", hieß es da am Montagmorgen. Sofort hagelte es viele wütende Reaktionen, von Männern und Frauen – der Albtraum eines jeden Social-Media-Managers. Burger King musste sich als frauenfeindlich und sexistisch bezeichnen lassen angesichts des Klischees, das der Tweet aufgriff.

Burger King bekommt wütende Reaktionen auf Tweet zum Weltfrauentag

Dabei war die Aussage eigentlich sogar gut gemeint. Auf den Satz, dass Frauen in der Küche zu bleiben hätten, folgte nämlich eine Erklärung: "Wenn sie möchten, natürlich. Nur 20 Prozent der Köche sind Frauen." Dann kündigte das Unternehmen an, weibliche Burger-King-Angestellte dabei unterstützen zu wollen, eine "kulinarische Karriere" zu starten. Um das öffentlich zu machen, hatte sich Burger King einen altbekannten Kommunikationsansatz zunutze gemacht: erst die Aufmerksamkeit der Leser mit einem provokativen Statement erregen, um sie dann auf ein ernstes Thema zu lenken.

Burger King wegen vermeintlich veganem Burger in der Kritik

In diesem Fall ging der Plan nicht auf. Die meisten User hatten für das Vorgehen kein Verständnis, was wiederum bei Burger King zunächst auf taube Ohren stieß. Auf Aufforderungen, den Tweet zu löschen, antwortete die Kette: "Warum sollten wir einen Tweet löschen, der darauf hinweist, dass Frauen in unserer Branche zu wenig repräsentiert sind?" Mittlerweile ist der Tweet dennoch verschwunden. Das provokative Eingangsstatement sei "falsch" gewesen, schrieb Burger King: "Wir werden das beim nächsten Mal besser machen." 

Damit dürfte Burger King die spektakulärste Social-Media-Kampagne zum Weltfrauentag in diesem Jahr gelungen sein – allerdings ging der Schuss nach hinten los. Aufmerksame User vermuteten zudem, dass der Tweet auch für die offiziellen Accounts aus anderen Ländern vorgesehen war. Nach den Reaktionen auf den Tweet aus Großbritannien wurde darauf aber offenbar verzichtet. Trotzdem tauchte der Spruch "Frauen gehören in die Küche" auch noch an anderer Stelle prominent auf: in einer ganzseitigen Anzeige in der "New York Times".

Quellen: Burger King auf Twitter / Thomas Ridgewell auf Twitter

epp

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