Bush-Besuch Lufthansa erwägt Schadenersatzklage


Der Ankunft von US-Präsident George W. Bush hat den Verkehr am Frankfurter Flughafen für 40 Minuten lahm gelegt. Die Lufthansa überlegt nun, sich die Ausfallkosten vom Bund zurückzuholen.

Wegen zahlreicher gestrichener Flüge anlässlich des Deutschland-Besuchs von US-Präsident George W. Bush prüft die Deutsche Lufthansa Schadenersatzforderungen gegen die bundeseigene Deutsche Flugsicherung (DFS). Die Flugsicherung habe aus nicht nachvollziehbaren Gründen erst am Vorabend die Sicherheitsvorkehrungen für die Ankunft des US-Präsidenten am Frankfurter Flughafen verschärft.

"Wer jetzt vor allem das Wetter als Ursache für zahlreiche gestrichene Flüge anführt, macht das Wetter schlechter als es war", sagte ein Lufthansa-Sprecher. "Wir behalten uns deshalb Schadenersatzforderungen gegen die Deutsche Flugsicherung vor." Sprecher von DFS und Fraport hatten zuvor erklärt, ein Großteil der Flugprobleme sei auf das schlechte Wetter zurückzuführen.

100 Flüge gestrichen

Insgesamt wurden bis zum Mittag am zweitgrößten europäischen Flughafen nach Angaben des Betreibers Fraport gut 100 Flüge gestrichen. Lufthansa ließ nach eigenen Angaben allein 75 Flüge mit 4850 Passagieren ausfallen. Zahlreiche Flüge hatten Verspätungen. Zur Schadenshöhe könne Lufthansa noch nichts sagen. Seit voriger Woche müssen nach einer neuen EU-Verordnung Fluggesellschaften für Verspätungen oder kurzfristigem Flugausfall unabhängig von der Ursache Entschädigungen zahlen.

Zur Ankunft des US-Präsidenten ruhte der Flugbetrieb nach Fraport-Angaben knapp 40 Minuten. Zudem habe die Flugsicherung am Vorabend zusätzlich verfügt, die zulässige Zahl der ankommenden und abfliegenden Flugzeuge um rund die Hälfte zu verringern, sagte der Lufthansa-Sprecher.

Bei der DFS hieß es, die Sicherheitsmaßnahmen seien in den vergangenen Tagen auf Bitten des Bundesverkehrsministeriums noch einmal verändert worden. Auch für den Abflug Bushs am Nachmittag ist ein vorübergehender Betriebsstopp geplant.

Einbußen für Binnenschiffer

Die Binnenschifffahrt rechnet wegen der Sperrung von Rhein und Main mit einem Schaden von 500.000 Euro. Grund für die Einbußen sind nach den Worten von Jörg Rusche vom Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) in Duisburg die umfangreichen Sperrungen von Rhein und Main, von dem nach Schätzungen des Verbandes rund 100 Schiffe betroffen sind.

"Der Rhein ist die wichtigste Transportachse für uns", sagte Rusche. Der Rhein wurde den Angaben zufolge von 9 Uhr bis 18 Uhr über eine Länge von 24 Kilometern, der Main auf einer Länge von 15 Kilometern gesperrt. Bei Opel sind rund 5000 Beschäftigte von dem eintägigen Produktionsstopp betroffen, der zum Ausfall von zwei Schichten führen sollte. Diese sollen nach Opel-Angaben an den beiden kommenden Samstagen nachgeholt werden.

Reuters/AP AP Reuters

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