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Freiwilliger Abschied: Commerzbank-Chef Blessing hört in einem Jahr auf

2016 ist Schluss: Martin Blessing räumt seinen Vorstandsposten bei der Commerzbank im kommenden Jahr. Nach insgesamt 15 Jahren in der Führungsriege will er ein neues Kapitel in seinem Leben aufschlagen.

Martin Blessing

Martin Blessing hätte als Commerzbank-Chef weitermachen können, wollte aber nicht

Commerzbank-Chef Martin Blessing hört auf. Er verlängert seinen bis Ende Oktober 2016 laufenden Vertrag nicht, wie die Bank in Frankfurt mitteilte. Blessing habe Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller am Sonntag darüber informiert, dass er eine Vertragsverlängerung ausschlage.

"Ich habe mich über das Angebot einer Vertragsverlängerung und das mir dadurch entgegengebrachte Vertrauen sehr gefreut", erklärte der 52-Jährige. "Trotzdem habe ich mich nach langem und intensivem Nachdenken entschieden, das Angebot nicht anzunehmen." Die Entscheidung sei ihm schwergefallen. "Denn die Bank und meine Kollegen sind mir ans Herz gewachsen."

Blessing will hochengagiert bleiben

Er wolle aber nach 15 Jahren im Vorstand der Commerzbank, davon die Hälfte als Vorstandschef, "ein neues Kapitel in meinem beruflichen Leben aufschlagen", sagte Blessing. "Und ich glaube, dass 2016 ein guter Zeitpunkt für einen Führungswechsel in der Bank ist." Die größten Herausforderungen der Finanzkrise seinen bewältigt oder würden in den nächsten Monaten abgearbeitet. "Der Weg zurück zu einer nachhaltig erfolgreichen Bank ist klar erkennbar."

Müller bedauerte den Rückzug. "Ich respektiere aber die Entscheidung von Martin Blessing und habe eine hohe Wertschätzung für seine erfolgreiche Arbeit und sein Commitment, sich während der verbleibenden Zeit für die Bank weiterhin hochengagiert einzusetzen", erklärte der Aufsichtsratschef. "Dies gibt uns die Möglichkeit, einen geordneten Nachfolgeprozess zu gestalten."

Millionen für Anteilseigner

Blessing führt die deutsche Nummer zwei nach der Deutschen Bank seit Mitte Mai 2008. Das Institut kämpft sich zunehmend aus seiner langen Krise. Nach einem Gewinnsprung - sowohl im zweiten Quartal als auch im ersten Halbjahr 2015 - legte der teilverstaatlichte Dax-Konzern Millionen für eine Ausschüttung an die Anteilseigner zurück. Am Montag präsentiert die Bank die Zahlen für das dritte Quartal.

nik/DPA