Computermarkt Apple bleibt knackig, Intel versauert


Der kleine iPod hat Apple einen saftigen Gewinn im zweiten Quartal gebracht. Der Computerhersteller hat alle Erwartungen für das bisherige Geschäftsjahr übertroffen. Computerchip-Hersteller Intel muss dagegen mit einer Flaute kämpfen.

Der "Mac" hat es geschafft, seine Position auf dem Markt zu festigen. Der Umsatz stieg schneller als erwartet: Statt der geschätzten Summe von 3,68 Milliarden Dollar erwirtschaftete das Unternehmen 4,37 Milliarden und legte damit um 24 Prozent zu. Apples Nettogewinn sprang unerwartet auf 472 Millionen Dollar, auch an der Börse legten Apple-Papiere um über acht Prozent zu. "Wir freuen uns sehr, den zweithöchsten Quartals-Umsatz und -Gewinn in der Firmengeschichte von Apple präsentieren zu können", sagte Finanzchef Peter Oppenheimer.

Mit seinen Verkaufszahlen übertraf Apple alle Erwartungen. Vor allem der MP3-Player Ipod bescherte dem Unternehmen reiche Erträge: 8,11 Millionen Geräte wurden verkauft - 32 Prozent mehr als vor einem Jahr. Konzernchef Steve Jobs äußerte sich euphorisch zur Zukunft des iPods. "Wir blicken äußerst enthusiastisch auf die zukünftigen iPods unserer Produktplanung", erklärte er. Eine Sättigung der Märkte sei noch nicht absehbar. "Da gibt es noch einige Menschen zu bestücken", sagte der Apple-Sprecher. Seit der Einführung des iPod im Oktober 2001 habe sein Haus rund 58 Millionen Geräte verkauft. Sony habe dagegen zehn Jahre gebraucht, um 50 Millionen seiner tragbaren Cassettenrekorder unter dem Namen Walkman zu verkaufen. Auch der Mac-Absatz stieg um zwölf Prozent auf 1,33 Millionen Stück.

Auch Veränderungen in der Produktpalette haben dem Unternehmen nicht geschadet. Seit kurzem stattet Apple die meisten seiner Rechner mit Intel- statt IBM-Prozessoren aus. Der Anteil an Intel-basierten Mac-Rechnern hat in den Monaten April bis Juni 75 Prozent betragen. "Das ist mit Abstand der reibungsloseste und erfolgreichste Übergang, den wir je erlebt haben", sagte der CEO.

Intel enttäuscht

Trotz dieses Geschäfts mit Apple konnte Intel die Erwartungen des Marktes nicht erfüllen. Die starke Konkurrenz des führenden Chipherstellers mit der Nummer zwei, Advanced Micro Devices (AMD), hat zu einem deutlichen Rückgang des Intel-Quartalsgewinns geführt.

Intel, dessen Prozessoren etwa 90 Prozent aller Personal-Computer (PC) weltweit steuern, hatte jüngst bereits Marktanteile an seinen heimischen Konkurrenten AMD verloren. Dabei konnte AMD von der Entwicklung stromsparender und leistungsfähigerer Prozessoren profitieren. Darauf reagierte Intel unter anderem mit Preissenkungen.

Für das zweite Quartal wies Intel am Mittwoch nach US-Börsenschluss einen Reingewinn von 885 Millionen Dollar oder 15 Cent je Aktie aus. Vor Jahresfrist hatte der Gewinn noch 2,04 Milliarden Dollar betragen. Ohne Belastungen aus Aktienoptionen Zahlungen lag der Gewinn jetzt mit 1,12 Milliarden Dollar aber um rund 300 Millionen Dollar über den Erwartungen von Analysten.

Der Umsatz fiel im abgelaufenen zweiten Quartal auf acht Milliarden Dollar von zuvor 9,23 Milliarden Dollar. Experten hatten im Schnitt 8,23 Milliarden Dollar erwartet.

DPA/Reuters DPA Reuters

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