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Gespräche vorerst ausgesetzt: Weiterhin keine Einigung im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn

Nach sechs Verhandlungsrunden ohne Ergebnis hilft auch eine Schlichtung zwischen Deutscher Bahn und Lokführern nicht weiter. Die Gespräche werden ausgesetzt, aber bis Mitte Februar soll eine Lösung gefunden sein.

Ein IC fährt am Bahnhof ein: Bei Zugverbindungen hat die Deutsche Bahn oft mit Verspätungen zu kämpfen

Bei Zugverbindungen hat die Deutsche Bahn oft mit Verspätungen zu kämpfen und auch der Tarifstreit mit der GDL zieht sich länger als geplant

Keine Lösung im Tarifkonflikt der Deutschen Bahn: Die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) werden verlängert. Das kündigten die beiden Schlichter des Verfahrens, Bodo Ramelow und Mathias Platzeck, in Berlin an. Bis zum 9. Februar sollen die Gespräche demnach pausieren und bis zum 19. Februar endgültig abgeschlossen sein. 

Verhandlungen über Einkommen und Freizeit

Die Vermittlung unter Leitung des thüringischen Ministerpräsidenten Ramelow (Linke) und des früheren brandenburgischen Regierungschefs Platzeck von der SPD hatte am 11. Januar begonnen. Das Verfahren war auf drei Wochen angesetzt. Die geltende Schlichtungsvereinbarung sieht aber die Möglichkeit einer einwöchigen Verlängerung vor. Mit der Aussetzung wurde nun zusätzlich Zeit gewonnen. Sie sei notwendig, "um weitere Grundlagen zur Fortsetzung der Gespräche zu erstellen", erklärten die Schlichter.

Die beiden Seiten ringen um eine Tarifeinigung über Einkommen und Freizeit für das Zugpersonal. Das sind vor allem Lokführer und Zugbegleiter, insgesamt rund 35.000 Beschäftigte, für die die GDL neben der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) das Verhandlungsmandat hat.

Deutsche Bahn lehnt GDL-Forderungen ab

In den sechs Verhandlungsrunden vor der Schlichtung war vor allem die Frage umstritten, wie die Ruhezeiten künftig geregelt werden. Die GDL pocht auf mehr zusammenhängende freie Tage, festgelegt im Tarifvertrag. Konkret forderte sie für ihre Mitglieder jeweils zwei freie Tage nach fünf Arbeitstagen. Die Bahn lehnte das mit dem Hinweis ab, eine solche starre Regelung lasse sich im rund um die Uhr laufenden Eisenbahnbetrieb nicht umsetzen. Erfüllte man die GDL-Forderungen, führte das zu einer Vier-Tage-Woche mit 30 Wochenstunden und vollem Lohnausgleich, stellte die Bahn fest.

Zu den Inhalten würden sich Tarifpartner und Schlichter vor Ende des Verfahrens auch weiterhin nicht öffentlich äußern, teilten Ramelow und Platzeck mit. Bahn-Vorstandschef Rüdiger Grube, der am Montag zurücktrat, war an der Schlichtung nicht direkt beteiligt. Für die Bahn führt Personalvorstand Ulrich Weber die Verhandlungen, für die GDL deren Vorsitzender Claus Weselsky.

fri / DPA