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Deutsche Bank: Ackermann macht Postbank Avancen

Die Postbank ist immer im Mittelpunkt des Interesses, wenn es um Fusionen und Übernahmen in de Branche geht. Die Deutsche Bank hat sich jetzt offen für einen Kauf ausgesprochen. An der Börse wurde der Flirt mit großem Dank aufgenommen.

Die Deutsche Bank hat offenes Interesse an der Postbank bekundet. Vorstandschef Josef Ackermann sagte am Donnerstag in Frankfurt am Main, die Postbank sei "etwas, was uns interessieren würde". Ackermann weiter: "Wenn jemand auf uns zukommt, wären wir gesprächsbereit." Ein Zusammengehen beider Banken wäre "auch für Deutschland eine sinnvolle Lösung". Der Kurs der Postbank-Aktie schoss nach dieser Bemerkung während der Bilanz-Pressekonferenz der Deutschen Bank steil nach oben, zeitweise fast sechs Prozent.

Auch im weiteren Verlauf einer insgesamt negativen Börse gehörte das Papier zu den wenigen Gewinnern. Die Post AG wollte zu der Äußerung Ackermanns keinen Kommentar abgeben. Beobachter wiesen darauf hin, dass zuvor auch schon die Commerzbank Interesse an der Postbank gezeigt habe. Generell spreche in der Branche jeder mit jedem, ohne dass dies bereits konkrete Verhandlungen bedeuten müsse. Schon am Mittwoch hatte die Postbank-Aktie acht Prozent zugelegt. Grund waren Berichte, dass Post-Vorstandsvorsitzender Klaus Zumwinkel die mit 14,5 Millionen Kunden größte deutsche Publikumsbank mit einer der anderen Privatbanken zu einem Bankenriesen fusionieren möchte.

Zumwinkel geht

Zumwinkel wird aller Voraussicht nach bis Jahresende aus Altersgründen den Platz an der Spitze des Logistikkonzerns räumen. Er wird im Dezember 65 Jahre alt. Sein Vertrag bei der Post AG läuft im November aus. Es gab Vermutungen, Zumwinkel wolle mit der Schaffung einer neuen Superbank sein Lebenswerk krönen. Im November 2007 hatte er bei einer Investorenkonferenz angedeutet, dass nach Bewältigung der vollständigen Liberalisierung des Briefmarktes im Jahr 2008 auch über die Zukunft der Postbank nachgedacht werden könnte.

Als mögliche Partner für die Postbank waren neben der Deutschen Bank auch die Dresdner Bank oder die niederländische ING genannt worden. Dem Bericht zufolge soll es bereits erste Sondierungen gegeben haben, aber noch keine formale Prüfung der Möglichkeiten.

Schön früher Fusionsversuche

In der Vergangenheit hatte es bereits mehrere vergebliche Anläufe zur Gründung einer großen Privatkundenbank in Deutschland gegeben, um die Dominanz der Sparkassen und der Volksbanken- und Raiffeisenbanken zu brechen. Fusionsversuche von Deutscher Bank und Dresdner Bank sowie Commerzbank und Dresdner Bank waren jedoch gescheitert.

Eine Fusion der seit 2004 an der Börse notierten Postbank mit einer der großen Privatbanken würde die deutsche Bankenlandschaft gründlich verändern. Mit rund 14,5 Millionen Kunden ist die Postbank Marktführer bei Girokonten. Ihr werden aber Schwächen im Sektor der Geldanlage nachgesagt, die durch einen auf diesem Gebiet erfahreneren Partner ausgeglichen werden könnten. Für Institute wie die Deutsche Bank, die schon unmittelbar vor dem Börsengang der Postbank im Jahr 2004 einen Kauf der Post-Tochter erwogen hatte, könnte der kräftige Zuwachs bei der Zahl der Privatkunden attraktiv sein.

AP / AP