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Drogeriekette: Schluss mit der Schnäppchenjagd: dm erhöht die Preise – das steckt hinter der neuen Strategie

Die Drogeriekette dm schraubt an den Preisen: Im Onlineshop und in einigen Filialen sollen sich die Preise erhöht haben. Dahinter steckt eine Strategieschwenk.

eine Regal in einer dm-Filiale

Die Drogeriekette dm ist Marktführer in Deutschland.

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Der deutsche Marktführer im Drogeriebereich, dm, zieht die Preise an. Wie die "Lebensmittelzeitung" berichtet, schraubt die Drogeriekette vor allem im Onlineshop, aber auch in einigen Filialen, an den Preisen. Diese Entwicklung überrascht - denn lange gab es für die Preise in Drogerien nur eine Richtung, nämlich steil nach unten.

Das lag zum einen an dem Wettbewerber Rossmann, der eine andere Preispolitik fährt als dm. Rossmann reduziert wöchentlich Markenprodukte und Eigenmarken als Angebote drastisch, um Kunden in die Läden zu locken. Die Drogeriekette dm versuchte es mit einer anderen Strategie: Statt temporär den Rotstift anzusetzen, setzte man beim Karlsruher Unternehmen auf  "dauerhaft niedrige Preise", wie dm die eigene Preispolitik benennt.

dm erhöht die Preise

Nun scheint das Preisgefüge in Bewegung geraten zu sein. Laut der "LZ" soll dm innerhalb der vergangenen drei Wochen bei rund 1000 Artikeln den Preis erhöht haben. Das gilt vor allem für den Onlineshop. Ob Eigenmarken wie Balea oder Markenartikel wie Ariel-Vollwaschmittel oder Duschgel von Kneipp: Der Preis klettert nach oben. Die "Lebensmittelzeitung" berichtet, dass laut Stichproben die Artikel um bis zu 40 Cent teurer geworden sind.

Dieser Preisschwenk irritiert, denn mit den ständig günstigeren Preisen wollte dm nicht nur die Drogeriekonkurrenz auf Abstand halten, sondern auch die Discounter. Aldi, Lidl und Co. wildern schon seit einiger Zeit im Terrain der Drogeriemärkte und listen namhafte Produkte wie Nivea, Pantene, Pampers oder Pril zu Discounterpreisen. Diese Preisschlacht wirkte sich zuletzt klar aufs Wachstum der Drogerien aus: Die enormen Zuwächse scheinen vorbei. So erzielte dm im ersten Halbjahr 2019 nur noch ein Plus von 2,2 Prozent. Ein Jahr zuvor lag das Wachstumsplus noch bei 4,3 Prozent.

dm will höhere Marge

Offenbar gönnt sich dm nun eine neue Preispolitik, um den ruinösem Kampf um Schnäppchen zu entgehen. "Mit der neuen Preispolitik rückt dm von seinem Anspruch auf Preisführerschaft ab", sagt ein nicht namentlich genannter Handelsmanager zur "LZ". Die Drogeriekette dm widerspricht, man halte am "Dauerpreis, der für dauerhaft niedrige Preise" fest, so die "LZ". Allerdings bestätigt Konzernchef Erich Harsch auch: "Wir haben uns dazu entschieden, unsere Preisstrategie stationär und online neu auszurichten."

So sollen die Filialen, die in der Nähe von Rossmann oder anderen direkten Konkurrenten stehen, günstigere Preisen anbieten als die Läden, die kaum Konkurrenz haben, schreibt die "Lebensmittelzeitung". Klar ist: Bei dm muss wieder mehr Geld hängen bleiben. Bei höheren Preisen könnten zwar die Umsätze leiden, solange der Gewinn des Branchenführer trotzdem steigt, geht die Strategie aber auf.

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kg