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Eigenmarken in der Drogerie: Rossmann und dm bekommen einen neuen Konkurrenten - und zwar Amazon

Die Drogerieketten Rossmann und dm bieten Kunden günstige Eigenmarken. Balea, Isana und Co. sind beliebt - und genau diese Strategie wird nun von einem neuen Konkurrenten kopiert. 

dm und Rossmann bekommen Konkurrenz

Rossmann und dm setzen auf Eigenmarken wie Balea oder Isana. Ein neuer Wettbewerber kopiert nun diese Taktik.

Sie heißen Balea, Isana, ja! oder Gut & Günstig: Drogerien, Discounter und Supermarktketten setzen auf Hausmarken. Meist werden gängige Alltagsprodukte in Eigenregie oder sogar von namhaften Herstellern produziert, die dann zu deutlich günstigeren Preisen verkauft werden. Eien Strategie, die aufgeht. So wurde die Hausmarke Balea der Drogeriekette dm erst kürzlich auf Platz 2 der beliebtesten Hautpflegemarken gewählt - und das noch vor Dove, L'Oréal oder Bebe. Denn Eigenmarken sollen nicht nur preisbewusste Kunden ködern - sie haben längst einen weiteren Zweck. Sie binden Kunden ans Unternehmen.

Das scheint auch beim Onlinehändler Amazon angekommen zu sein. Der Internetgigant macht in Deutschland erst kürzlich Schlagzeilen, weil der Lebensmittel-Lieferdienst Fresh an den Start gegangen war. Doch offenbar arbeitet Amazon nicht nur an einem Konkurrenzangebot zu Supermärkten - auch die Drogerieketten bekommen offenbar einen neuen - und sehr mächtigen - Wettebewerber. Wie die "Lebensmittelzeitung" berichtet, plant der Online-Riese europaweit ein eigenes Basissortiment an Drogerie-Eigenmarken einzuführen. Amazon soll mit Herstellern verhandeln, die neben Windeln auch Babynahrung und Körperpflege-Produkte entwickeln sollen. Laut der Branchen-Zeitung gebe es in Luxemburg ein spezielles Eigenmarken-Team, das an einem Start zum Jahreswechsel arbeiten soll.

Drogerieprodukte bei Amazon

Der Schritt auf den Drogeriemarkt ist nicht vollkommen neu. Der Kosmetik- und Beauty-Bereich spielt bei Amazon eine wichtige Rolle. Bislang waren es vor allem namhafte Hersteller, die Amazon verkaufte. Hausmarken anderer Drogeristen wurden bislang nur über die Plattform von Amazon verkauft - meist zu deutlich höheren Preisen als im Geschäft. Dazu kam häufig auch noch eine Versandpauschale von 3 Euro.

Mit dem Eigenmarkenkonzept zielt Amazon auf die Zielgruppe junger Familien ab. Denn der große Verbrauch von Windeln, Baby- und Kleinkinder-Pflegeprodukten und Babynahrung spielt dem Onlinehändler in die Karten. Schon heute liefert Amazon mit dem Angebot Pantry Haushaltswaren im Abo-Modell zu den Kunden. Preislich will der Händler die Eigenmarken zwischen den Markenprodukten und Preiseinstieg (also den günstigsten Hausmarken) ansiedeln. Laut der "Lebensmittelzeitung" strebt Amazon mit dieser Strategie einen Marktanteil von 5 bis 10 Prozent an. 

Amazon verhandelt mit Händlern

Doch laut dem Branchenblatt brauchen sich Rossmann, dm und Co. nicht allzu großen Sorgen um Margenverluste machen, denn offenbar verfolgt Amazon bislang zwei Strategien parallel. Denn Amazon verhandelt nicht nur mit Herstellern, sondern auch mit dem Handel. Dann könnte Amazon schon bestehende Hausmarken der Wettbewerber in die virtuellen Regale räumen. Für Amazon wäre das ein großer Vorteil, da Amazon nicht selbst den hohen Aufwand der Eigenkreationen auf sich nehmen müsste. Ketten wie dm oder Rossmann würden ebenfalls profitieren, schließlich wären Amazon ein mächtiger Partner im Bereich des Online-Shoppings.