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Drogerie: Kampf der Drogerien: Rossmann, dm und jetzt noch Budni - wer hat die Nase vorn?

Die Drogerieketten dm und Rossmann sind führend in Deutschland, die Konkurrenz ist abgehängt. Doch welches Unternehmen hat die Nase vorn? Und welche Rolle spielt das Bündnis von Budni und Edeka?

dm gegen Rossmann: Welche Drogerie hat die Nase vorn?

dm gegen Rossmann: Welche Drogerie hat die Nase vorn?

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Deutschlands Drogerielandschaft ist fest in den Händen der beiden großen Platzhirsche: dm und Rossmann dominieren. Mit sehr unterschiedlichen Strategien haben sich die beiden Unternehmen an die Spitze der Drogerieketten gesetzt. Für kleinere Ketten wie Müller oder Budni wird die Luft zunehmend dünner, denn der Markt ist nahezu gesättigt. Für die beiden großen Firmen bedeutet das: Position halten - und den Konkurrenten genau im Blick behalten. Kleinere Ketten wie Budni hingegen brauchen clevere Strategien, um nicht unterzugehen. Ein neues Bündnis mit Edeka soll dabei helfen.

Doch welche Kette steht denn nun an der Spitze der Drogerien? Beim Umsatz hat dm die Nase vorn, zeigt eine Übersicht der "Lebensmittelzeitung". 7,86 Milliarden Euro erwirtschaftete die Drogeriekette zuletzt. Rossmann kam nur auf 6,4 Milliarden Euro. Dass dm deutlich vor Rossmann liegt, war nicht immer so. Im Jahr 2008 lag der Umsatz von dm bei nur 3,36 Milliarden Euro, Rossmann erzielte 2,9 Milliarden Euro.

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dm gegen Rossmann: Wer hat die Nase vorn?

Allerdings punktet dm nur in Deutschland beim Umsatz - im Ausland konnte Rossmann deutlich kräftiger wachsen. Und auch bei der Anzahl der Filialen liegt Rossmann vor dm. Rund 2100 Geschäfte betreibt Rossmann. dm kommt im Gegenzug nur auf 1892, so die "Lebensmittelzeitung". Aber wie kann das sein: dm hat weniger Filialen, aber einen höheren Umsatz? Ein Grund ist die Filialgröße, denn dm setzt schon länger auf größere Geschäfte. Während andere Einzelhändler wie Discounter oder Supermärkte zunehmend kleinere Verkaufskonzepte auf geschrumpfter Fläche ausprobieren, scheinen sich die Großfilialen von dm zu rechnen. So erwirtschaftete dm pro Filiale einen Umsatz von 4,15 Millionen Euro, während Rossmann nur auf rund drei Millionen Euro kommt. Doch das soll sich ändern: Die Drogerie will kleine Filialen durch größere ersetzen.

So unterscheiden sich die Strategien der Drogerien

Auch bei der Strategie unterscheiden sich Rossmann und dm voneinander. So setzt dm auf insgesamt günstige Preise und ein starkes Eigenmarkenangebot, während Rossmann mit wöchentlich wechselnden Rabattaktionen Kunden in die Läden locken will. Diese Praxis trieb schon irre Blüten, als die dm-Führung Mitarbeiter aus den Filialen beim Konkurrenten Rossmann zum Einkaufen schickte. dm-Marketing-Geschäftsführer Christoph Werner bestätigte damals der dpa schriftlich: "Wir stellen unseren Kolleginnen und Kollegen in den dm-Märkten Informationen zur Verfügung, die es ihnen ermöglichen, die günstigste Einkaufsquelle für ihren Markt zu nutzen. Diese Quelle können auch Wettbewerber sein, wenn diese Artikel unseres Sortiments zu einem Preis anbieten, der unter unserem Einkaufspreis beim Hersteller liegt."

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Der Kampf der Drogerien scheint sich zwischen den beiden Unternehmen zu entscheiden: Zu groß ist die Marktmacht und das Filialnetz. Um zu Überleben brauchen die kleineren Drogerien clevere Strategien - so wie nun die Hamburger Drogeriekette Budni. 

Budni und der Kampf gegen dm und Rossmann

Der Traditionshändler aus der Hansestadt hat sich mit Edeka einen mächtigen Verbündeten gesucht. Die Kooperation lohnt sich für beide Seiten: Budni, zu klein um allein außerhalb von Hamburgs zu wachsen, profitiert von der bundesweiten Filiallandschaft und dem großen Händlernetzwerk. Edeka verschafft sich über Budni Zutritt zu einem der letzten Wachstumsmärkte. Denn das Supermarktgeschäft allein sorgt nicht mehr für große Sprünge beim Umsatz. Drogerieartikel - gerade die Eigenmarken - versprechen klingelnde Kassen. Zwischen den Tiefpreisen von dm und den Aktionsangeboten von Rossmann will Budni sich vor allem als soziales Unternehmen psoitionieren: "Natürlich kann man heutzutage nirgendwo mehr einen Laden aufmachen und die Leute sagen: Super, jetzt kann ich endlich ein Deo kaufen. Was uns von den anderen unterscheidet, ist zunächst mal eine mehr als 100-jährige Firmengeschichte. Daraus folgt ein sehr klares Wertegerüst", sagte Budni-Geschäftsführer Christoph Wöhlke im Gespräch mit dem stern. "Wir verstehen uns nicht nur als Unternehmen, sondern als Teil der Gesellschaft." Ob sich Budni gegen die großen Akteure durchsetzen wird, muss sich erst zeigen. Die ersten Filialen sollen in Berlin eröffnet werden.

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kg