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Großspender wenden sich ab Prominente Geldgeber wollen "Loser" Donald Trump nicht mehr unterstützen

Donald Trump hat seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2024 verkündet
Donald Trump hat seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2024 verkündet
© Andrew Harnik / DPA
Donald Trump will nochmal US-Präsident werden, aber wichtige Großspender wenden sich offen gegen ihn. Milliardäre und Ex-Unterstützer wie Blackstone-Chef Stephen Schwarzman äußern sich zudem wenig schmeichelhaft.

Donald Trump lässt sich nicht beirren: Trotz des schwachen Wahlergebnisses seiner Partei bei den Midterms hat Trump am Dienstag seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2024 bekannt gegeben. Doch das Lager seiner Unterstützer wird zunehmend kleiner. Traditionell Trump-freundliche Medien üben plötzlich beißende Kritik und wichtige Großspender wenden sich öffentlich ab.

Zu den prominenten Fahnenflüchtigen gehört Stephen Schwarzman, milliardenschwerer Chef des Investmentriesen Blackstone. Der frühere Trump-Unterstützer und Großspender der republikanischen Partei hat sich am Mittwoch offiziell von Trump losgesagt. "Es ist an der Zeit, dass sich die Republikanische Partei einer neuen Generation von Führungspersönlichkeiten zuwendet, und ich beabsichtige, einen von ihnen bei den Vorwahlen zur Präsidentschaft zu unterstützen", sagte Schwarzman dem Portal Axios.

Und ohne Trump direkt beim Namen zu nennen, bezeichnete er ihn doch unverhohlen als Mann von gestern. "Amerika geht es besser, wenn seine Führer im Heute und Morgen verwurzelt sind, nicht im Heute und Gestern", so Schwarzman. Der Milliardär hat allein bei den Midterms über 35 Millionen Euro an republikanische Kandidaten gespendet und in der Vergangenheit auch Trump unterstützt. 

Trump, der dreifache Loser

Andere wichtige Großspender versagen Trump ebenfalls die Unterstützung. Kosmetikkonzernerbe und Milliardär Ronald Lauder sagte CNN, er werde Trump nicht noch einmal unterstützen. Und Hedgefonds-Manager Ken Griffin, der bei den Midterms 60 Millionen Dollar an republikanische Kandidaten spendete, hat bereits offen seine Unterstützung für Trumps innerparteilichen Rivalen Ron DeSantis bekundet.

Citadel-Chef Griffin, laut Forbes 32 Milliarden Dollar schwer, nannte Trump auf dem Bloomberg Economy Forum in dieser Woche einen "Dreifach-Loser" für die Republikanische Partei. Gemeint ist Trumps verlorene Präsidentschaftswahl 2020, die republikanische Niederlage in Georgia 2021, die den Demokraten die Mehrheit im Senat brachte, sowie das Ergebnis der aktuellen Midterm-Wahlen.

Bei den Midterms war der klare Sieg der Republikaner ausgeblieben, den viele erwartet hatten. Trumps Partei konnte lediglich eine überraschend knappe Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen, der Senat bleibt demokratisch. Viele Kandidaten, die Trump persönlich unterstützt hatte, erzielten enttäuschende Wahlergebnisse. Als neuer starker Mann in der Partei wird Ron DeSantis gehandelt, der die Gouverneurswahl in Florida klar gewann und nun auch die Präsidentschaftskandidatur anstreben könnte. 

Spott statt Huldigung

Trotz der Abkehr einiger Großspender hat Trump immer noch genug Geld und Unterstützer für eine große Präsidentschaftskampagne. Dass sich prominente Namen offen gegen ihn aussprechen, könnte aber die Stimmung in der Partei, die Trump lange bedingungslos gefolgt ist, weiter gegen ihn wenden. Diesen Stimmungsumschwung befeuern derzeit auch Zeitungen und Sender aus dem konservativen Medienimperium des Multimilliardärs Rupert Murdoch, die Trump lange hofiert haben. Der Sender Fox News feierte zuletzt DeSantis als Wahlsieger ab und brandmarkte Trump als Wahlverlierer. Das Boulevardblatt "New York Post" verspottete den Ex-Präsidenten gar auf der Titelseite mit einer Karikatur als "Trumpty Dumpty".

Und sogar in der eigenen Familie verliert Trump prominente Unterstützung: Tochter Ivanka, die während der Trump-Präsidentschaft als Beraterin im Weißen Haus arbeitete, erklärte in dieser Woche, für eine weitere Kampagne ihres Vaters nicht zu Verfügung zu stehen. Sie wolle sich auf ihr Privatleben mit ihren kleinen Kindern konzentrieren und nichts mehr mit Politik zu tun haben.

Quellen: Axios / CNN / Bloomberg / Politico

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