Düsseldorfer Landgericht Ansturm auf Mannesmann-Millionen


Ausnahmezustand am Düsseldorfer Landgericht: Die Telefone stehen nicht still, gemeinnützige Organisationen buhlen um die Geldauflage aus dem eingestellten Mannesmann-Verfahren. Doch das Geld soll nicht nach der Devise "first come, first get" verteilt werden.

Die Einstellung des Mannesmann-Verfahrens gegen eine Zahlung von 5,8 Millionen Euro hat das Düsseldorfer Landgericht in unerwartete Turbulenzen gestürzt. Seit der Verkündung der hätten sich viele Interessierte gemeldet, die sich Hoffnung auf einen Teil der von den ehemaligen Angeklagten zu zahlenden Geldsumme machten, teilte das Gericht in Düsseldorf mit. Die hohe Zahl von Anfragen habe dazu geführt, "dass die Telefonzentrale des Amts- und Landgerichts Düsseldorf in den letzten Tagen stundenweise nicht erreichbar war". Zugleicht richtete das Gericht einen eindringlichen Appell an mögliche Anrufer: "Im Interesse der Aufrechterhaltung des allgemeinen Gerichtsbetriebes wird darum gebeten, von telefonischen Nachfragen abzusehen."

Das Landgericht hatte vergangene Woche das Strafverfahren gegen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser und vier weitere Angeklagte eingestellt. Im Kern war es um die knapp 60 Millionen Euro gegangen, die im Jahr 2000 bei der Übernahme des Düsseldorfer Mannesmann-Konzerns durch Vodafone an frühere und amtierende Manager geflossen waren. Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten Untreue oder Beihilfe dazu vorgeworfen. Die 5,8 Millionen Euro sollen nun in die Staatskasse sowie an gemeinnützige Organisationen fließen.

"Bewerbungen sind aussichtslos"

Der Verwendungszweck der Millionen ist aber offenbar noch nicht allgemein bekannt. "Bewerbungen von Einzelpersonen, die darum bitten, selbst bedacht zu werden, sind aussichtslos", stellte das Gericht klar. Gemeinnützige Organisationen müssten zudem den entsprechenden Eintrag bei einem Gericht nachweisen. Dafür reiche aber ein einmaliger Antrag: "Alle Anfragen sind nur einfach einzureichen, mehrfache Anschreiben verbessern die Chancen nicht."

Dem Gericht zufolge können zunächst Staatsanwaltschaft und Angeklagte Vorschläge zu den in Frage kommenden Spendenempfängern machen. Das Gericht werde dann entscheiden.

Reuters Reuters

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