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Eckhard Cordes: Metro-Chef erhöht den Druck auf Arcandor

Eckhard Cordes attackiert seinen Kollegen Karl-Gerhard Eick: Der Metro-Chef wirft seinem Counterpart von Arcandor vor, die Fusionsverhandlungen für die Kaufhäuser bislang blockiert zu haben. Im Interview mit dem stern erhöht Cordes jetzt den Druck auf die insolvente Karstadt-Mutter.

Metro-Chef Eckhard Cordes attackiert die Spitze des insolventen Kaufhaus- und Touristikkonzerns Arcandor und erhöht den Druck auf Unternehmenschef Karl-Gerhard Eick. In der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des stern warf Cordes seinem Arcandor-Kollegen vor, "kein Interesse an ernsthaften Gesprächen" gehabt zu haben. Cordes schimpft: "Unverantwortlich ist das."

Nach dem gescheiterten Versuch, Staatshilfe zu erlangen, musste Arcandor in der vergangenen Woche Insolvenz anmelden. Schon seit längerer Zeit gibt es aber das Angebot des Metro-Konzerns, seine Kauhof-Warenhäuser mit denen von Karstadt zur Deutschen Warenhaus AG zu fusionieren. Ein Vorhaben, das nach Meinung von Cordes durch die Arcandor-Spitze blockiert wird. "So wahr ich hier sitze, außer uns gibt es auf der ganzen Welt keinen einzigen Investor, der bereit ist, so viele Häuser und damit auch Arbeitsplätze zu erhalten", sagte Cordes dem stern. Jedes Zögern, Zaudern und Taktieren warnte er, "geht letztlich nur auf Kosten der Mitarbeiter. Statt ihres Gehalts bekommen sie das niedrigere Insolvenzgeld, müssen täglich um ihre Zukunft zittern".

Die angekündigte Übernahme von 60 Karstadt-Filialen will Cordes unter diesen Umständen nicht garantieren. Die Folge zu langen Wartens sei, warnte er im stern die Arcandor-Führung, "dass die Häuser bald in so schlechte Verfassung kommen, dass wir statt 60 vielleicht nur 50 oder noch weniger übernehmen können".

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