VG-Wort Pixel

Handelsstreit eskaliert Noch mehr Ärger für Edeka: Jetzt werden Tempo-Taschentücher und Zewa knapp

Tempo-Taschentücher in einem Supermarktregal.
Tempo-Taschentücher in einem Supermarktregal.
© Norbert SCHMIDT/ / Picture Alliance
Der nächste Handelsstreit bahnt sich für Edeka an: Der Hersteller von Tempo-Taschentüchern und Zewa fühlt sich nicht mehr an den Liefervertrag mit Edeka gebunden. Und fordert mehr Geld. In den ersten Edeka-Filialen klaffen bereits Lücken im Regal.

Die Supermarktkette Edeka steuert auf den nächsten Handelsstreit zu: Nachdem sich das Unternehmen bereits mit Granini und Pepsico im Streit befindet, kommt nun noch Hygienepapier-Anbieter Essity dazu. Der Hersteller von Zewa und Tempo-Taschentüchern fühlt sich offenbar nicht mehr an die ausgehandelten Lieferverträge gebunden, berichtet die "Lebensmittelzeitung". Grund dafür sind die massiv gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise für den Hersteller. Laut der Branchenzeitung fordere Essity trotz der laufenden Vertragslaufzeit deutliche höhere Preise. Informanten bereichten der "LZ" von einer "Störung der Geschäftsgrundlage". Edeka hingegen droht bei nicht erfolgten Lieferungen mit juristischen Schritten.

Dass Essity bereits jetzt schon weniger Ware liefert, sei an schon heute nicht bestückten Tempo- und Zewa-Regalen in einigen Edeka-Filialen zu erkennen, so die "LZ". Einige Edeka-Händler berichten darüber hinaus, dass Produkte von Tempo nicht mehr bestellbar seien. Das Zewa-Sortiment sei nur eingeschränkt verfügbar.

Auf Nachfrage von "LZ" machten beide Unternehmen keine konkreten Angaben, berichtet die "LZ". Eine Edeka-Sprecherin bestätigte lediglich, dass die "Jahresgespräche dieses Jahr in der Tat sehr herausfordernd" seien. 

Die Hersteller von sogenannten Tissue-Produkten (Klopapier, Taschentücher, Haushaltsrollen) trifft die aktuelle Preissteigerung gleich doppelt. Zum einen sind die steigenden Energiekosten ein Preistreiber. Zum anderen sind auch die Preise für Zellstoff nach oben geklettert. Laut einer Berechnung der "LZ" könnten die Kosten um insgesamt 50 Prozent gestiegen sein. Zwar habe es gerade im Discounter-Bereich im Laufe des Jahres bereits Preiserhöhungen gegeben. Doch offenbar will Essity sich die Mehrausgaben nun vom Handel wiederholen.

Edeka verhandelt Preise

Edeka will das nicht so hinnehmen. Die Verhandlungen seien "kein Ego-Shooting der Händler", sagt Edeka-Chef Markus Mosa zur "LZ". "Wir versuchen momentan, das unredliche Verhalten einiger Konsumgüterhersteller zu revidieren." Branchenkenner vermuten, dass sich der Markt für Lieferanten neu formieren könnte. Offenbar sind die Händler derzeit auf der Suche nach neuen Lieferanten. Edeka hat bereits 2020 auf einen osteuropäischen Lieferanten zurückgegriffen. Die Marke Soffione sei zwar inzwischen wieder aus den Märkten verschwunden, die Firma dahinter, die russische WR Group, würde aber weiterhin eine Rolle spielen, berichtet die "LZ".

Abseits von Haushalts-und Taschentüchern muss Edeka weitere Handelsstreitigkeiten lösen. So zofft sich der Händler derzeit mit dem Pepsi-Mutterkonzern Pepsico. Betroffen sind derzeit Produkte wie Pepsi, Lay's-Chips, Lipton-Eistee oder Schwipschwap. Hier finden Verbraucher oftmals nur noch leere Regale vor.

Auch mit dem Saft-Lieferanten Eckes-Granini liefert sich Edeka aktuell ein Duell. Die Preisschlacht beschäftigt inzwischen sogar Gerichte. Denn die Supermarkt-Händler hatten Granini kurzerhand aus den Regalen geräumt und durch eine Eigenmarke ersetzt - in optisch sehr ähnlichen Flaschen wie das Granini-Original. Dagegen zog der Hersteller vor Gericht und erwirkte eine einstweilige Verfügung. Auch bei den Auseinandersetzungen mit den Getränkeherstellern geht es um die Einkaufskonditionen.

Lesen Sie auch:

Wie Primark sich um ein grüneres Images bemüht - und damit nicht alleine ist

Die fetten Jahre sind vorbei - so sieht die neue Strategie von McDonald's aus

Aldi, Lidl - und bald auch Ikea: Wenn der Vermieter ein Discounter ist

kg

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker