HOME

An der Fleisch- und Käse-Theke: Edeka sagt Verpackungsmüll den Kampf an und testet Mehrwegboxen

Käse, Wurst und Fleisch werden bei Edeka an der Frischetheke bislang in Papier eingeschlagen und dann in eine Tüte gesteckt. Diesen Verpackungsmüll will die Supermarktkette reduzieren und testet Mehrwegboxen.

Edeka Käsetheke

Bei Edeka soll Käse, Wurst und Fleisch testweise in Mehrwegboxen verkauft werden.

Picture Alliance

Wer weniger Verpackungsmüll bei Edeka erleben will, sollte nach Büsum fahren. Denn dort an der Nordsee testet Deutschlands größte Supermarktkette derzeit, wie sie Papier- und Plastikverpackungen an den Frischetheken reduzieren kann. Kunden, die dort Käse, Wurst oder Fleisch im Markt kaufen, bekommen die Ware in Mehrwegboxen. Die Behälter kosten je nach Größe vier oder fünf Euro. Beim nächsten Einkauf wirft der Kunde diese Box einfach in einen Sammelbehälter. Der Markt reinigt die Boxen in der Spülmaschine, danach können sie wieder eingesetzt werden. Ein klassisches Kreislaufsystem. 

"Das neue System ist einfach, praktisch und hilft dabei, Einwegverpackungen aus Plastik oder Papier zu vermeiden", so Edeka-Sprecher Rolf Lange in einem Statement. Verläuft die Testphase in Büsum erfolgreich, könnte das System auch in anderen Märkten zum Einsatz kommen. Kunden, die keine Mehrwegboxen möchten, bekommen die Ware weiterhin in Einwegverpackung. "Viele Menschen fragen sich beim Einkauf, wie sie selbst einen Beitrag zur Reduzierung des Verpackungsbergs leisten können", erklärte Marina Beermann von der Umweltorganisation WWF, die mit Edeka kooperiert. "Die Mehrwegdose stellt einen sinnvollen Ansatz dar, der es ermöglicht, ganz einfach selbst aktiv zu werden".

Edeka setzt um, was sich Kunden wünschen

Würde es nach den Kunden gehen, wären Papier und Plastiktüten längst abgeschafft. Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung PwC fordern 95 Prozent, dass der Verpackungsmüll auf ein Minimum eingedampft wird. Es überrascht wenig, dass bei der Befragung Mehwegverpackungen gefordert werden. Neun von zehn Befragten wünschen sich hier mehr Möglichkeiten.

Bislang sind nur die Unverpackt-Läden wirklich müllfrei. Allerdings testen auch andere Supermarktketten, wie sie Verpackungen sparen können. Bei Tegut können Kunden seit dem Frühjahr ihre eigenen Boxen mitbringen, um ihre Lebensmittel nach Hause zu transportieren. Allerdings: Von den rund 38.000 Lebensmittelgeschäften in Deutschland bietet bislang nur ein Bruchteil Lösungen an, um weniger Verpackungen zu nutzen. 

Denkwürdige Bilder: So viel Müll machen unsere Lebensmittel
Mehr Verpackung als Schokobons
kg mit Agentur