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DNA-Gift Ethoxyquin: Aldi, Edeka, Rewe und Real: Tester finden Chemikalie in Lachsfilet

In Lachsfilet der Supermärkte Aldi, Edeka, Rewe und Real haben Tester die Chemikalie Ethoxyquin nachgewiesen. Das Mittel ist längst bei Pflanzen verboten, bei Fleisch gibt es Höchstmengen - doch bei Fisch gibt es keine Einschränkung.

Aldi, Edeka, Rewe, Real: Ethoxyquin im Lachsfilet

Bei Aldi, Lidl, Edeka, Rewe und Real wurde Ethoxyquin in Lachsfilets nachgewiesen

Lachs ist beliebt - der Fisch lässt sich braten, räuchern und sogar roh in Sushi einrollen. Doch die gestiegene Nachfrage nach dem Fisch ist nur durch knallharte Zucht zu ermöglichen. Drei Viertel der Lachse, die in den Verkauf kommen, stammen aus Aquakulturen. Damit kann zwar der weltweite Hunger auf Lachs gestillt werden - doch offenbar schwimmen die Tiere in einer Chemikalienbrühe aus Antibiotika und Pestiziden.

Wie das ARD-Verbrauchermagazin Plusminus in einem Labortest festgestellt hat, sind Lachsprodukte der Supermarktketten Aldi, Edeka, Rewe und Real mit einem speziellen Gift belastet. Ob frisches, geräuchertes oder tiefgefrorenes Lachsfilet, in allen acht getesteten Produkten wurde Ethoxyquin und die Variante Ethoxyquin-Dimer nachgewiesen. Die Chemikalie steht in dem Verdacht, die DNA zu schädigen. Dies war bei Tieren beobachtet worden. 

Lachs von Aldi, Edeka, Rewe und Real im Check

Geprüft wurde der tiefgefrorene und der geräucherte Lachs für je 3,29 Euro von Aldi, der geräucherte Lachs von Rewe für 3,29 Euro und der tiefgefrorene Lachs für 3,39 Euro. Von Edeka checkten die Tester echten Räucherlachs, trockengesalzen, vom Hersteller Norfisk Wismar und den tiefgefrorenen Lachs für jeweils 3,29 Euro. Von Real wurde der frische Lachs unter Schutzatmosphäre verpackt von Profish für 3,99 Euro und der geräucherte Lachs für 3,29 Euro geprüft.

Das Ergebnis: Bei allen getesteten Lachsprodukten lag der Ethoxyquin-Wert über den festgelegten Höchstmengen für Fleisch. Für Fisch gibt es bislang keine Höchstwerte. Bei Obst und Gemüse ist die Chemikalie längst verboten. Die Chemikalie wurde lange Zeit auch zum Pflanzenschutz eingesetzt, seit 2011 ist sie allerdings verboten, da es Zweifel an der Unbedenklichkeit gibt.

Höchstwert für Fisch gefordert

Der Toxikologe Edmund Maser von der Christian-Albrechts-Universität in Kiel warnt vor den möglichen Schäden durch Ethoxyquin. "Wir sind als Mensch einer Unzahl von Chemikalien ausgesetzt, die wir zum Beispiel über Lebensmittel oder andere Aufnahmepfade in unseren Körper bringen. Und da müssen wir mit Additionseffekten rechnen", sagt Maser. Einziger Lichtpunkt der Sendung: In Wildlachs seien bislang keine Rückstände der gefährlichen Substanz nachgewiesen worden. 

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Supermärkte reagieren auf Lachsuntersuchung

Die Supermärkte wurden mit den Testergebnissen konfrontiert. Real räumt ein, dass bei der letzten eigenen Untersuchung ein vergleichbarer Wert ermittelt wurde. Real kündigte an, die Rückstandsgehalte nach Möglichkeit zu reduzieren. Auch Edeka gelobte Besserung, auch wenn rechtlich nichts zu beanstanden sei. Die Supermarktkette kündigte an, den Gehalt von Ethoxyquin in Futtermitteln zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. 

Lachs mit Chemikalien belastet

Ethoxyquin ist nicht die einzige Chemikalie, die Lachs belastet. Immer wieder weisen Wissenschaftler Dioxin und Polychloriertes Biphenylen (PCB) in Lachs nach. Auch der hohe Einsatz von Antibiotika und Pestiziden wird von Umweltschützern kritisiert. 

Die Sendung des Verbrauchermagazins Plusminus können Sie in der Mediathek abrufen.

kg
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