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Bundeskartellamt: Edeka und Budnikowsky dürfen gemeinsame Offensive starten

Das Vorhaben ist schon länger bekannt, jetzt gibt auch das Bundeskartellamt grünes Licht: Edeka und die Drogeriemarktkette Budnikowsky dürfen kooperieren. 50 neue Filialen sollen bald jährlich entstehen.

Edeka Budnikowsky

Die Zusammenarbeit von Budnikowsky und Edeka soll den Wettbewerb zwischen Drogerieketten ankurbeln

Dm und Rossmann sollen bundesweite Konkurrenz erhalten. Die regionale Hamburger Drogeriemarktkette Budnikowsky wird mit dem Einzelhandelskonzern Edeka zusammenarbeiten, um auch außerhalb des Stammgebiets Filialen zu eröffnen. 

Für das Bundeskartellamt spricht nichts gegen das Vorhaben. Die Kooperation könne vor allem im Einkauf der Waren "strukturelle Nachteile" von Budnikowsky gegenüber den Wettbewerbern dm und Rossmann verringern, teilte die Behörde am Freitag in Bonn mit. Das dürfte dem Wettbewerb zugutekommen und den Verbrauchern nutzen.

Ziel: Gemeinsames Unternehmen 

Damit hat die genossenschaftlich organisierte Edeka-Gruppe als größter deutscher Lebensmittelhändler einen ersten Schritt getan, um selbst im Drogeriemarkt zu expandieren. Vorstandschef Markus Mosa hatte im April angekündigt, dass die Zusammenarbeit mit Budnikowsky den Grundstein für eine eigene Edeka-Drogeriemarktkette legen soll, die bundesweit gegen dm und Rossmann antritt. Die Edeka-Märkte verkaufen gegenwärtig auch Drogerieartikel, doch ist die Breite und Tiefe des Sortiments geringer als in den Fachmärkten.

Edeka und Budnikowsky wollen ein Gemeinschaftsunternehmen für die Beschaffung, Verwaltung und Logistik von Budnikowsky gründen. Edeka will zunächst 25,1 Prozent übernehmen - mit der Option, auf bis zu 74,9 Prozent aufzustocken.

Hauptkonkurrenten sind weit verbreitet

Der Betrieb der 181 Filialen im Großraum Hamburg soll in der Hand des Familienunternehmens Budnikowsky bleiben. Edeka will das so erworbenen Know-how nutzen, um jährlich bis zu 50 neue Drogeriemärkte bundesweit zu eröffnen. Der Vorstoß in die Größenordnung der beiden Hauptkonkurrenten ist jedoch ein weiter Weg: Rossmann betreibt allein in Deutschland gut 2000 Märkte, dm mehr als 1800. Europaweit sind es bei beiden Unternehmen fast doppelt so viele.

Im Hamburger Regionalmarkt hält Budnikowsky 30 bis 35 Prozent, Edeka 5 bis 10 Prozent. "Seit der Eröffnung von Filialen von dm und Rossmann ist der Marktanteil von Budnikowsky deutlich rückläufig", hieß es in der Mitteilung des Bundeskartellamtes. "Gegenüber den beiden um ein Vielfaches größeren Unternehmen hat Budnikowsky erhebliche Beschaffungs- und Kostennachteile."

Edeka und Budni kurbeln Wettbewerb an

Die Kooperation mit Edeka verspreche eine Verringerung dieser Strukturnachteile. Da Edeka in Hamburg keine besonders starke Stellung im Drogeriemarkt einnehme, sehe das Amt in der Kooperation keine erhebliche Behinderung wirksamen Wettbewerbs.

Die beiden Unternehmen reagierten erfreut auf den Bescheid aus Bonn. "Mit Budni gewinnen wir für den Edeka-Verbund einen idealen Partner im Drogeriesegment, der unsere Geschäftsperspektiven mit seinem Know-how ideal unterstützt", sagte Mosa. Budnikowsky-Geschäftsführer Christoph Wöhlke erklärte, die Allianz mit Edeka ergänze die eigenen Wachstumspläne im Drogeriesegment. "Gleichzeitig wahren wir unsere Eigenständigkeit und Dynamik eines familiengeführten Unternehmens."

fri / DPA