Der Elektronikfachhändler Euronics hofft angesichts sinkender Umsätze und verhaltener Konsumstimmung auf Wachstum mit neuen Geschäftsfeldern, zum Beispiel bei Produkten für Mütter oder Haustiere. Man wolle weitere Absatzkanäle erschließen, sagte Vorstandssprecher Benedict Kober der Deutschen Presse-Agentur am Sitz der Genossenschaft im schwäbischen Ditzingen bei Stuttgart.
"Wir sehen schon in manchen Bereichen noch extremes Wachstumspotenzial, gerade bei den Kleingeräten", sagte Kober. Gerade verkaufe Euronics sehr viel im Bereich Mutter und Kind, Milchpumpensysteme zum Beispiel. Das sei ein unheimlich begehrtes Segment.
Potenzial bei Produkten für Haustiere
Auch beim Geschäft mit Produkten für Haustiere sieht Kober großes Potenzial. Er sei fest davon überzeugt, hier ein gutes Geschäftsfeld zu schaffen. Hunde und Katzen hätten in Deutschland innerhalb von Familien eine große Bedeutung. "Wo man auch bereit ist, Geld auszugeben", sagte Kober. Es gehe dabei zum Beispiel um Produkte, mit denen man mit seinen Haustieren sprechen könne, wenn man nicht zu Hause sei. Oder um intelligente Futterstationen oder selbstreinigende Katzenklos, sagte Vorstand Brendan Lenane.
Man müsse den Kundinnen und Kunden vermitteln, dass es solche Produkte im Elektronikfachhandel und nicht nur im Tierfachhandel gebe, sagte Kober. "Das kriegen wir aber hin.". Bei Smartwatches sei es Euronics auch gelungen, dafür müsse man nicht ins Sanitätshaus oder in den Sportfachhandel gehen. Durch die Kompetenz von Euronics beim Smartphone stünden die Chancen gut, an Produkte anzudocken, die mit dem Smartphone gesteuert werden können.
Helfen könnte Euronics auch eine "Replacementwelle", wie Kober sie nennt. Also eine Vielzahl kaputter Geräte, die ersetzt werden. So seien während der Corona-Pandemie viele neue TV-Geräte, aber auch Notebooks und Tablets gekauft worden. Bislang spüre Euronics die erhoffte Welle noch nicht. Aber: "Das Zeug muss irgendwann auch mal ersetzt werden", sagte Kober.
Erneuter Umsatzrückgang erwartet
"Wir liegen hinter dem Vorjahr", sagte Kober in Bezug auf den Umsatz im laufenden Geschäftsjahr, das noch bis Ende September läuft. Und: "Wir rechnen abermals mit einem Minus." Im Geschäftsjahr 2024/25 hatte Euronics eigenen Angaben zufolge einen im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent gesunkenen Zentralumsatz von 1,3 Mrd. Euro erwirtschaftet. Zu dem als Genossenschaft organisierten Verbund zählen Angaben von Euronics zufolge in Deutschland rund 1.000 Mitgliedsunternehmen, die mehr als 1.100 Standorte betreiben.
Bei den Kundinnen und Kunden herrsche eine "wahnsinnige Verunsicherung", sagte Kober mit Blick auf Kriege oder Zolldiskussionen, die bei den Menschen wiederum zu Ängsten vor dem Verlust des Arbeitsplatzes führen könnten. Die Bereitschaft, Einkäufe zu tätigen, sei aufgrund der großen Verunsicherung stark eingeschränkt.