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Energie: Kartellamt enttäuscht über E.ON/Ruhrgas-Fusion

Die Übernahme von Ruhrgas durch E.ON ist aus Sicht des Bundeskartellamts eine schlechte Nachricht für die Verbraucher. Durch die Fusion wird der Wettbewerb weiter behindert.

Die Fusion bedeutet, dass sowohl im Strom- als auch im Gasbereich der Wettbewerb beeinträchtigt werde, sagte der Präsident des Bundeskartellamtes, Ulf Böge, der «Welt am Sonntag». Auch wenn es das Gesetz so vorsieht, hat der Endverbraucher heute noch keine praktische Gelegenheit, sich den Versorger auszusuchen. Die Großfusion zwischen E.ON und Ruhrgas werde das weiter erschweren.

Im Kampf

um mehr Wettbewerb im Strom- und Gasmarkt in Deutschland will Böge in diesem Jahr gleiche Bedingungen für alle Teilnehmer bei der Netznutzung durchsetzen. «Wir gehen davon aus, dass die Netznutzungsgebühren bei einigen Unternehmen in Deutschland viel zu hoch liegen», sagte Böge dem Blatt. Das halte andere Unternehmen davon ab, das Netz zu nutzen.

Die außergerichtliche Einigung zwischen E.ON und den neun Gegnern der Fusion beurteilt Böge skeptisch. «Das hat einen schalen Beigeschmack, weil E.ON den Richterspruch fürchtete.» Der Erfolg lade geradezu dazu ein, als Wettbewerber künftig Verfahren beizutreten, um abzukassieren, so Böge.

Die Gegner

der Fusion hatten sich am Freitag unmittelbar vor einem Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf mit E.ON geeinigt. Der Energiekonzern hatte mit Zugeständnissen beim Zugang zum Gasnetz und Tauschgeschäften in dreistelliger Millionenhöhe den Widerstand der Kläger gebrochen.