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Energiekonzern: EU-Kartellbehörde verdächtigt E.ON-Ruhrgas der Wettbewerbsbehinderung

Die EU-Kommission geht einem Zeitungsbericht zufolge dem Verdacht wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens am Gasmarkt durch den Energiekonzern E.ON nach. Die Kartellbehörde werfe der Tochter E.ON-Ruhrgas vor, Transportkapazitäten im Ferngasnetz verknappt zu haben und damit Wettbewerber zu behindern, berichtete die "Financial Times Deutschland" am Donnerstag vorab unter Berufung auf Branchenkreise.

Die EU-Kommission geht einem Zeitungsbericht zufolge dem Verdacht wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens am Gasmarkt durch den Energiekonzern E.ON nach. Die Kartellbehörde werfe der Tochter E.ON-Ruhrgas vor, Transportkapazitäten im Ferngasnetz verknappt zu haben und damit Wettbewerber zu behindern, berichtete die "Financial Times Deutschland" am Donnerstag vorab unter Berufung auf Branchenkreise. Weder E.ON noch die EU-Kommission wollten sich am Donnerstagabend zu dem Bericht äußern.

Beide Seiten verhandeln der Zeitung zufolge über einen Kompromiss. Die Kommission könnte erneut erhebliche Zugeständnisse von E.ON verlangen und im Gegenzug von einer Untersuchung absehen, schreibt das Blatt.

Die EU hatte E.ON im Juli mit 553 Millionen Euro die bislang höchste Kartellstrafe in der deutschen Unternehmensgeschichte aufgebrummt. E.ON und sein französischer Konkurrent GDF Suez hätten durch eine bis 2005 geltende Absprache den Wettbewerb am Gasmarkt zum Schaden der Verbraucher beschränkt, erklärte die EU-Kommission damals.

Im Strombereich hatte E.ON eine drohende Kartellstrafe mit der Zusage abgewendet, sein Höchstspannungsnetz in Deutschland zu verkaufen und sich von Kraftwerkskapazitäten in einer Größenordnung von 5000 Megawatt zu trennen. E.ON hatte vor wenigen Wochen den Verkauf des Netzes an die niederländische Tennet bekanntgegeben. Die Abgabe der Kraftwerkskapazitäten hat der Konzern ebenfalls weitgehend abgeschlossen. Eine Abgabe seines Ferngasnetzes lehnt der Konzern kategorisch ab. Der Konkurrent RWE hat im Zuge eines EU-Kartellverfahrens dagegen zugesagt, sein Ferngasnetz in Deutschland zu verkaufen.

Reuters / Reuters