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Exportwirtschaft: Deutsche Firmen verkaufen wieder mehr ins Ausland

Die deutsche Exportwirtschaft hat deutlich zugelegt: Im Februar sind die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast zehn Prozent gestiegen. Grund dafür ist der schwache Euro.

Die deutsche Exportwirtschaft gewinnt wieder an Fahrt. Die Ausfuhren stiegen nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast zehn Prozent. Insgesamt wurden Produkte und Dienstleistungen im Wert von 70 Milliarden Euro ins Ausland verkauft. Der Außenhandelsüberschuss legte deutlich von 8,9 auf 12,6 Milliarden Euro zu.

Die Industrie sieht im derzeit schwächeren Euro einen Grund für das gute Abschneiden. "Für die Luft- und Raumfahrtindustrie, aber auch für die Export-Paradedisziplinen Maschinenbau und Kraftfahrzeuge ist die Euroschwäche Rückenwind", sagte Anton Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen, der "Rheinischen Post". Grundsätzlich sei die Euroschwäche gut für die deutschen Exporte in den Dollarraum und in asiatische Länder. Der Grund: Ein schwächerer Eurokurs macht es für Ausländer attraktiver, deutsche Exportgüter zu kaufen, die Nachfrage nimmt folglich zu.

Der Euro ist derzeit etwa 1,33 Dollar wert, zu Jahresbeginn kostete er noch 1,44 Dollar. Im Herbst 2009 kostete der Euro zeitweise mehr als 1,50 Dollar.

"Die Zahlen stimmen uns zuversichtlich"

Zwar sind die Zahlen insgesamt positiv, allerdings ist die deutsche Exportwirtschaft noch weit von ihren Spitzenwerten entfernt. So betrug der Wert der ausgeführten Waren vor der Krise - im Februar 2008 - 83,5 Milliarden Euro. "Die Februar-Zahlen stimmen uns zuversichtlich. Die deutsche Exportwirtschaft lässt die Krise allmählich hinter sich, auch wenn gelegentliche Rückschläge nicht auszuschließen sind", erklärte Börner in Berlin.

Gute Nachrichten gibt es auch von der Elektroindustrie. Nach dem Krisenjahr 2009 verzeichnet die Branche wieder deutlich mehr Aufträge. Deren Wert stieg im Februar um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie (ZVEI) mitteilte.

Mehr Aufträge kamen vor allem aus Deutschland: Hier wurden 25 Prozent mehr Bestellungen verzeichnet. Kunden aus dem Ausland orderten 17 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. "Damit setzt sich der Aufholprozess nach dem tiefen Einbruch im Krisenjahr 2009 weiter fort", sagte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann. Auch der Umsatz legte deutlich zu, und zwar um elf Prozent.

APN / APN