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Fusion von Flixbus und MeinFernbus: Was Kunden vom neuen Fernbusriesen erwarten können

Doppelt so viele Busse, neue Routen, dichtere Takte: MeinFernbus und Flixbus gehen in die Offensive. Was der Zusammenschluss der beiden größten Anbieter den Kunden bringt.

Von Daniel Bakir

Volles Grün voraus: So sollen die Busse des neuen Branchenführers Flixbus Mein Fernbus aussehen

Volles Grün voraus: So sollen die Busse des neuen Branchenführers Flixbus Mein Fernbus aussehen

Die Deutsche Bahn bekommt auf der Fernstrecke einen mächtigen Gegenspieler. Nicht auf der Schiene, sondern auf der Straße. Denn die beiden größten Fernbusanbieter Flixbus und MeinFernbus schließen sich zusammen. Nach gefahrenen Kilometern liegt der Marktanteil des neuen Fernbusriesen nun bei drei Viertel des deutschen Marktes.

Der Zusammenschluss erfolgt nicht, um Fahrten einzusparen. Die Pläne, die der neue Fernbusriese am Freitag vorstellte, sehen vielmehr nach Groß-Offensive aus. Bis zum Jahresende soll die Zahl der eingesetzten Busse fast verdoppelt werden - von derzeit 560 auf 1000 Busse. 18 bis 20 Millionen Fahrgäste will das Unternehmen in diesem Jahr transportieren, im Vorjahr waren es zusammen 10,7 Millionen.

Und so soll die Fernbus-Offensive aussehen:

Dichterer Fahrplantakt

Die Zusammenführung der Fahrpläne ermöglicht es dem fusionierten Unternehmen für einige Fernstrecken einen Takt wie im Nahverkehr anzubieten. Hauptstrecken wie Hamburg - Berlin, Köln - Frankfurt oder Stuttgart - München sollen künftig alle 30 bis 60 Minuten bedient werden. In Sachen zeitlicher Flexibilität braucht sich das Unternehmen hier nicht gegenüber der Bahn zu verstecken.

Expressverbindungen

Der größte Nachteil der Fernbusse gegenüber der Bahn ist die längere Fahrtzeit. Daher will MeinFernbus Flixbus verstärkt mit Expresslinien um Kunden buhlen. Von Frankfurt nach München soll es nonstop in viereinhalb Stunden gehen. Zum Vergleich: Der ICE braucht für dieselbe Strecke nur rund drei Stunden. Von München nach Köln soll es der Expressbus mit nur einem Stopp in sieben Stunden schaffen, der ICE macht die Strecke planmäßig in rund viereinhalb Stunden.

Quer durch Europa

Mit der Vorherrschaft in Deutschland will sich das Unternehmen, das unter dem Namen MeinFernbus Flixbus firmieren wird, nicht zufrieden geben. Ziel des neuen Branchenriesen ist es, Marktführer in ganz Europa zu werden. Nach Amsterdam kommt man mit den Bussen bereits jetzt, bald sollen auch Brüssel und Paris angebunden werden. "Alle Hauptachsen und die größten EU-Metropolen werden mit weiteren Nachtlinien verbunden", erklärte das Unternehmen.

Besserer Kundenservice

Auch im Servicebereich will das Busunternehmen aufrüsten. Einige Punkte klingen dabei sehr nach Deutscher Bahn: Der Busanbieter bietet eine Buchungsapp für Smartphones an und will Verspätungsinfos aufs Handy senden. Auch ein Bonusprogramm ist in Planung.

Wird Busfahren jetzt noch billiger?

Zur künftigen Preisgestaltung sagte das Unternehmen nichts. Experten erwarten aber, dass die Fernbus-Preise auf lange Sicht deutlich steigen werden. Nämlich dann, wenn einige Anbieter das Preisdumping nicht mehr mitmachen und sich aus dem Markt zurückziehen. Die Fusion von Flixbus und MeinFernbus ist bereits ein großer Schritt Richtung Marktbereinigung. Noch aber lohnt sich das Suchen nach Schnäppchen, am besten auf Vergleichsseiten wie busliniensuche.de oder fernbusse.de.