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Fernbus im Bahnstreik: Einsteigen, anschallen, surfen

Deutschland steigt um - von der Bahn in den Bus. Die Fernbusbranche boomt - auch ohne Bahnstreik. Der Streik der Lokführer hat zusätzlich Passagiere gebracht. Eine Fahrt von Bonn durch die Republik.

Von Matthias Lauerer

Abfahrt in Bonn: Direkt neben dem Bahnhof fahren die Fernbusse des ADAC ab. In viereinhalb Stunden geht es bis nach Darmstadt.

Abfahrt in Bonn: Direkt neben dem Bahnhof fahren die Fernbusse des ADAC ab. In viereinhalb Stunden geht es bis nach Darmstadt.

Bei fünf Grad stehen etwa zehn Menschen an der Bonner Thomastraße. Es ist kurz nach 7 Uhr am zweiten Tag des Bahnstreiks. Nebenan liegen die Bahngleise, der Hauptbahnhof ist nicht fern. Drei ADAC-Postbusse warten auf ihre Fahrgäste. Wer will, kann um 7.30 Uhr mit der Linie 121 bis nach Braunschweig fahren oder erreicht Berlin am Nachmittag auf andere Route. Und einer fährt nach Darmstadt, anvisierte Ankunftszeit: 11 Uhr.

Auf Platz 17 sitzt Dorofee Bressem. In Bonn studiert die 17-Jährige Physik im ersten Semester. Der viertägige Bahnstreik hat sie bereits einen Tag gekostet: "Eigentlich wollte ich schon gestern nach Hause fahren, doch das ging nicht." Heute fährt sie zum ersten Mal mit dem Fernbus, sonst immer mit der Deutschen Bahn. Mit der ist sie für gut 21 Euro in etwa drei Stunden zu Hause, heute dauert es mit dem quietschgelben Bus mehr als viereinhalb Stunden. Preis dafür: 27 Euro. Die Tour gefällt ihr sehr gut. "Ich fahre gerne mit dem Bus, denn es erinnert mich an die Zeit in Neuseeland." Dort lebte die Karlsruherin für ein Jahr und fuhr häufig mit dem Bus.

Dorofee Bressem ist zum ersten Mal mit dem Fernbus gefahren. Ihr Fazit: Sie würde wieder von der Bahn in den Bus umsteigen.

Dorofee Bressem ist zum ersten Mal mit dem Fernbus gefahren. Ihr Fazit: Sie würde wieder von der Bahn in den Bus umsteigen.

Jetzt will sie die verlorene Zeit wegen des Streiks wieder aufholen - und liest in einem Lehrbuch "Experimental Physik 1." Auf Seite 110 werden "inelastische Stöße" aus dem Gebiet der Mechanik behandelt. Dorofee hegt einen Traum: "Ich würde gerne Astronautin werden und später bei der Marsmission mitmachen", sagt sie. Während sie es sagt, erklingt aus den Boxen das Stück "Final Countdown" der Band Europe. Sonst ist es im Bus sehr still. Die Passagiere sitzen vor ihren aufgeklappten Notebooks, surfen im bordeigenen Wlan-Netz - oder sehen sich einen der kostenlosen Spielfilme aus dem Media Center an.

"Bahnfahren macht mir mehr Freude"

Mit an Bord: ein kleines Getränke- und Snackangebot. Die Flasche Coca Cola kostet 1,50 Euro, den Weißwein gibt es für drei Euro - gestattet ist der Verkauf nur in den Pausen. Die meisten Mitfahrer verpflegen sich selbst. So wie Annelien und ihr Freund Samuel, die auf den Plätzen neun und zehn munter helle Weintrauben essen. Die 27-Jährige ist im achten Monat schwanger. Auch sie fährt heute zum ersten Mal mit einem Fernbus, zufrieden ist sie mit der Premiere nicht. "Bahnfahren macht mir mehr Freude, dort kann ich auch mal Auf und Ab gehen." Heute begleitet sie ihr Freund, denn Anneline wollte nicht alleine reisen. Zu zweit ist es einfacher, sagt sie. Anneline spielt Klarinette und reist zu einem klassischen Konzert nach Karlsruhe.

Gegen 10.20 Uhr rollt der Bus durch Mainz. Dort hat er mehr als ein Dutzend neue Passagiere aufgelesen, nur noch wenige Sitzplätze bleiben frei. Fast hat man das Gefühl, Deutschland steigt um, denn die Fernbusbranche boomt. Bereits seit dem 1. Januar 2013 lässt sich die Republik so bereisen. Der ADAC-Postbus fährt 60 Städte an und das Netz wird weiter ausgebaut. Bei der Deutschen Bahn spüren sie die Folgen der Liberalisierung.

Bahn hat die Konkurrenz unterschätzt

So setzten die Fernbus-Anbieter 2014 eine Größenordnung von 150 bis 200 Millionen Euro um, wie es der DB-Vorstand Ulrich Homburg noch im Juni sagte. Damals rechnete er damit, "dass 2016 der Umsatz der Branche schon bei 350 bis 400 Millionen Euro liegt." Und fügte hinzu: "Die Geschwindigkeit der Entwicklung haben wir unterschätzt."

Ein weiterer Grund für die enormen Umsatzsteigerungen der Fernbus-Anbieter findet sich auf Sitzplatz 44. Dort sitzt David Weiler, der bei der Agentur für Arbeit angestellt ist. Er scheint auch einer der Wenigen zu sein, der jenen per Video ausgesandten Appell an die Fahrgäste ernst nimmt: "Sie müssen bitte während der gesamten Fahrt angeschnallt bleiben". Weiler hatte seine Reise anders geplant: "Ich wäre eigentlich mit dem ICE fahren, aber wegen des Bahnstreiks ging dies nicht." Dann fügt er hinzu: "Die Fahrt mit dem Bus ist wesentlich günstiger." Statt 44 Euro hätte er bis nach Freiburg mit der Bahncard 50 im Fernzug 61 Euro bezahlt. Sein Fazit: "Ich werde ganz sicher wieder mit dem Bus fahren!"

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(