HOME

GDL vs. Deutsche Bahn: Weselsky will Tarifkonflikt vor Weihnachten lösen

Nach dem 75-stündigen Streik der Lokführer am Wochenende lief der Bahnverkehr am Morgen weitgehend normal. GDL-Chef Claus Weselsky macht Hoffnung auf eine Lösung des Tarifkonflikts vor Weihnachten.

Signalisiert Bereitschaft, den Tarifkonflikt zwischen GDL und Bahn noch in diesem Jahr zu lösen: Gewerkschaftschef Weselsky

Signalisiert Bereitschaft, den Tarifkonflikt zwischen GDL und Bahn noch in diesem Jahr zu lösen: Gewerkschaftschef Weselsky

Der Chef der Lokführer-Gewerkschaft GDL, Claus Weselsky, hat eine Lösung im Tarifkonflikt mit der Bahn vor Weihnachten in Aussicht gestellt. "Sicherlich ist eine Einigung möglich, wenn wir endlich über die Inhalte verhandeln können", sagte Weselsky am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". "Sie wissen, dass wir kompromissbereit sind. Wenn wir fünf Prozent fordern, bildet sich niemand ein - auch nicht der Vorsitzende - dass wir fünf Prozent bekommen", sagte der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) weiter. Nach Angaben von Bahn und Gewerkschaft gibt es bisher allerdings noch keine Verhandlungstermine.

Am Morgen hatte sich der Bahnverkehr nach dem mit 75 Stunden längsten Streik in der Bahn-Geschichte weitgehend normalisiert. Sowohl im Fern- als auch im Regional- und S-Bahnverkehr werde den Kunden wieder der komplette Fahrplan angeboten, teilte die Deutsche Bahn mit. Im Güterverkehr sollten die durch den Lokführer-Streik rückgestauten Züge im In- und Ausland Schritt für Schritt wieder in den Verkehr eingeplant werden.

Schaden von 100 Millionen Euro

Der Streik der GDL hatte bis Samstag 18 Uhr den Güter- und Personenverkehr stark beeinträchtigt. Die Bahn bezifferte ihren wirtschaftlichen Schaden auf über 100 Millionen Euro. Bereits direkt nach dem Ausstand hatten GDL und Bahn-Management ihre Bereitschaft, den Tarifkonflikt am Verhandlungstisch zu lösen.

An dem jüngsten Streik haben sich angeblich rund 6000 Mitglieder der GDL beteiligt. Rund 5100 der streikenden Beschäftigten sollen Lokführer und Rangierlokführer gewesen sein. Damit legte rund jeder dritte der 15.000 bei der GDL organisierten Lokführer die Arbeit nieder. Die GDL hat nach eigenen Angaben insgesamt rund 34.000 Mitglieder.

Das will die GDL erreichen

Die Gewerkschaft hatte neben den Lokführern auch Zugbegleiter und Bordgastronomen zu dem jüngsten Arbeitskampf aufgerufen. Die GDL fordert für die Lokführer mehr Lohn und kürzere Wochenarbeitszeiten. Es geht ihr aber vor allem darum, für das gesamte Zugpersonal verhandeln zu dürfen, nicht mehr nur für die Lokführer. Sie konkurriert dabei mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

nck/Reuters/AFP / Reuters