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GERÜCHTE: MobilCom: Keine drohende Insolvenz

Gerüchte über finanzielle Schwierigkeiten wurden dementiert, Liquiditätsbestand beträgt angeblich fast eine halbe Milliarde Mark. UMTS-Geschäft ist gesichert.

MobilCom-Chef Gerhard Schmid hat Marktgerüchte über eine angeblich finanzielle Schieflage des Telekommunikationskonzerns energisch zurückgewiesen. »Das Unternehmen ist solide finanziert und verfügt über einen Liquiditätsbestand von fast einer halben Milliarde Mark,« sagte Schmid am Montag. Zusätzliche finanzielle Sicherheit hat MobilCom durch die Partnerschaft mit der France Telecom. Schmid reagierte damit auf Gerüchte über angebliche Finanzprobleme von MobilCom, durch die die Aktie am Montagvormittag innerhalb weniger Minuten zeitweise um mehr als 15 Prozent auf ein Jahrestief von 10,86 Euro eingebrochen war.

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plötzlich, dass wir einen hohen Kassenbestand und die Zahlungsgarantie eines Staatsunternehmens (France Telecom) haben.» Schmid hat wegen der Kursturbulenzen am Neuen Markt in den vergangenen Monaten wiederholt erwogen, die MobilCom-Aktie in einem anderen Börsensegment notieren zu lassen. Aktuell wiederholte der MobilCom-Chef derartige Überlegungen jedoch nicht.

Markt ist gereizt

Die Mobilcom-Aktie war am Montagvormittag innerhalb weniger Minuten unter enormen Abgabedruck geraten. An der Börse hieß es, dass große Stückzahlen verkauft wurden. Allerdings stuften viele Börsianer die Gerüchte als nicht besonders realistisch ein. Nach dem Dementi des Unternehmens hat der Verkaufsdruck auf die Aktie allerdings wieder nachgelassen. Gegen 16.30 Uhr MESZ lag die Aktie mit 12,45 Euro knapp 2,6 Prozent im Minus. Der starke Kursrückgang zeigte die gereizte Verfassung des Marktes, die Anleger sind völlig verunsichert. Gegenüber Höchstständen im März vergangenen Jahres mit zeitweise rund 210 Euro hat die MobilCom-Aktie rund 95 Prozent an Wert verloren.

Pionier auch beim UMTS-Standard

Mobilcom war 1997 als eines der ersten Unternehmen an den Neuen Markt gegangen und damals von Investoren wie ein Star des gerade erst neu aufgebauten Wachstumssegments gefeiert worden. Im vergangenen Sommer ersteigerte MobilCom als einer von sechs Lizenznehmern mit der France Telecom, die mit 28,5 Prozent an dem Büdelsdorfer Telekommunikationsunternehmen beteiligt ist, eine der begehrten UMTS-Lizenzen für multimediale Angebote über das Handy. Die weiteren Lizenzinhaber sind Vodafone D2, T-Mobile, Viag Interkom , E-Plus und Telefonica/Sonera. Zusammen hatten die sechs knapp 100 Milliarden Mark an den Bund überwiesen.

Mehr Partner im Boot

Wegen der Finanzierungskosten wird seither in der Branche nach Kooperationsmöglichkeiten gesucht, um die Kosten für den UMTS-Netzaufbau zu senken. Darüber führt MobilCom nach früheren Angaben aussichtsreiche Gespräche mit E-Plus, Viag und dem unter dem Namen 3G operierenden Konsortium aus Telefonica und Sonera. Zugleich waren die durch Kredite finanzierten Lizenzkosten aber immer wieder auch Anlass für Spekulationen über die Finanzsituation des Büdelsdorfer Unternehmens, die an der Börse mit teils heftigen Kursausschlägen quittiert wurden. Die gesamte Branche leidet seit der Lizenzversteigerung zudem unter einer großen Unsicherheit der Investoren über die Zukunftsaussichten für die dritte Mobilfunkgeneration.

France Telecom besitzt ab 2003 die Möglichkeit, weitere Anteile hinzuzukaufen und damit die Mehrheit an der Mobilcom AG zu übernehmen.