HOME

Griechenland-Krise: Finanzminister geben Milliarden frei

Die Euro-Finanzminister retten Griechenland vor dem Bankrott und geben die neue Milliardenhilfe frei. In einer Telefonkonferenz bewilligten sie ein Gesamtpaket von 12 Milliarden Euro.

Die Euro-Finanzminister haben einen neuen Milliardenkredit an das krisengeschüttelte Griechenland freigegeben. Damit sei der drohende Staatsbankrott in Athen abgewendet, berichteten Diplomaten am Samstag nach einer Telefonkonferenz der Minister. Es handelt sich um eine Teilzahlung von 12 Milliarden Euro aus dem seit 2010 laufenden Hilfsprogramm der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF). 8,7 Milliarden Euro entfallen auf die Europäer, 3,3 Milliarden Euro auf den IWF.

Die konkreten Einzelheiten und der Umfang der Beteiligung privater Gläubiger an einem zweiten Hilfspaket für Griechenland würden in den kommenden Wochen festgelegt, hieß es. Das Programm soll die mittelfristige Finanzierung des Euro-Partners bis zum Jahr 2014 sichern.

Griechenland hatte im Gegenzug für weitere Hilfen von EU und Internationalem Währungsfonds in der vergangenen Woche ein Sparpaket verabschiedet, das in den kommenden Jahren 28 Milliarden Euro in die leeren Staatskassen spülen soll. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble forderte die Athener Regierung auf, die beschlossenen Maßnahmen rasch umzusetzen. So müsse die Privatisierung umgehend beginnen, sagte er nach der Telefonkonferenz.

Deutschland für Griechenpleite gerüstet

Deutschland ist hatte nach Schäubles Worten auch für eine Pleite der Griechen gewappnet. "Natürlich bereiten wir uns als verantwortungsvolle Regierung für den unwahrscheinlichen Fall vor, dass es entgegen aller Erwartungen doch zu einem Ausfall griechischer Zahlungen kommt", hatte er in einem vor der Telefonkonferenz erschienenen Interview mit dem "Spiegel" gesagt. "Dann werden wir dafür sorgen, dass es zu keiner unkontrollierten Entwicklung kommt."

Schäuble räumte ein, dass er dem Privatsektor bei den Verhandlungen über ein zweites Hilfspaket für Griechenland entgegengekommen sei. "Die deutschen Banken und Versicherungen haben mir sehr deutlich gemacht, dass ihre Beteiligung nicht zu einer Benachteiligung gegenüber europäischen Wettbewerbern führen darf." Die deutsche Finanzwirtschaft hat als Beitrag zur Rettung des Euro-Landes zugesagt, Anleihen im Wert von 3,2 Milliarden Euro weiter zu finanzieren, wenn sie 2014 auslaufen. Durch den Schritt erhält Griechenland einen Zahlungsaufschub. Welche Summe durch ähnliche Zusagen anderer Darlehensgeber wie französischen oder italienischen Banken zusammenkommt, ist noch offen.

ben/DPA/Reuters / DPA / Reuters