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Großbank BNP Parisbas: Griechenlandkrise lässt Gewinn dramatisch einbrechen

Schwere Zeiten für BNP Paribas: Der Gewinn von Frankreichs größter Bank ist im Zuge der Griechenlandkrise im dritten Quartal um 71 Prozent gesunken. Das Institut kündigte den Abbau hunderter Stellen an.

Die größte französische Bank BNP Paribas hat durch die Griechenlandkrise im dritten Quartal einen schweren Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Der Gewinn nach Steuern sank um 71 Prozent auf 541 Millionen Euro, wie das Geldinstitut am Donnerstag in Paris mitteilte. Hauptgrund dafür waren Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen, die 2,25 Milliarden Euro ausmachten. Die französischen Banken, allen voran BNP, halten besonders viele griechische Staatsanleihen. BNP sitzt auch auf besonders vielen Bonds des Euro-Krisenlandes Italien. Allerdings konnte die Bank im dritten Quartal italienische Staatspapiere über rund acht Milliarden Euro abstoßen, sodass sie statt mit knapp 21 Milliarden nun nach eigenen Angaben nur noch mit 12,6 Milliarden Euro zu Buche schlagen.

Entlassungen im Investmentbereich

Die Schuldenkrise im Euroraum zwingt das Kreditinstitut auch, hunderte Stellen im In- und Ausland abzubauen. Eine genaue Zahl werde Mitte November genannt, sagte Bankchef Baudoin Prot im Fernsehsender BFM Business. Betroffen sei insbesondere das Investmentbanking, sowohl in Frankreich als auch im Ausland. Dieser Sektor war von der Krise vor allem im dritten Quartal voll getroffen worden.

Die US-Ratingagentur Moody's hatte am 14. September die Kreditwürdigkeit der französischen Großbanken Crédit Agricole und Société Générale um je eine Stufe gesenkt und bei dem Marktführer BNP Paribas die Überprüfungsfrist verlängert. Alle drei Institute sind wegen ihres starken Engagements in Griechenland seit Anfang August stark unter Druck und haben mit erheblichen Kursverlusten an der Börse zu kämpfen.

50 Milliarden Euro höheres Eigenkapital

Die Regierung hatte zuletzt erneut versucht, die Anleger zu beruhigen: Als Konsequenz aus der Wirtschafts- und Finanzkrise sei das Eigenkapital der Institute um 50 Milliarden Euro erhöht worden. Frankreichs Banken seien zudem unter den ersten in Europa gewesen, die nach der Krise wieder schwarze Zahlen geschrieben hätten. Um die Kernkapitalquote auf die von der EU geforderte Marke von neun Prozent zu heben, benötigen Frankreichs Banken 8,8 Milliarden Euro. Die Banken wollen diesen Betrag ohne Staatshilfe selbst aufbringen.

swd/dho/DPA / DPA