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Hewlett Packard: Hurd spart Kosten und Arbeitsplätze

Die Gewinne des Harwareherstellers Hewlett Packard liegen dank des Sparkurses von Konzernchef Mark Hurd in Milliardenhöhe. Mit der Fortsetzung seines Kurses gefährdet Hurd nun auch deutsche Arbeitsplätze.

Die von Hewlett Packard 2005 begonnenen Sparmaßnahmen haben bereits im ersten Geschäftsquartal dieses Jahres Erfolge verbucht. Mit der Zusammenlegung von Standorten und daraus resultierenden Entlassungen - geplant sind rund 15.000, bisher mussten 8000 Leute ihren Arbeitsplatz verlassen - hat es Konzernchef Mark Hurd geschafft, einen satten Gewinn von 1,46 Milliarden Dollar einzufahren. Das hält ihn allerdings nicht davon ab, seinen strikten Sparkurs weiter zu verfolgen.

Deutsche Standorte betroffen

In Deutschland betreffen diese Maßnahmen die Standorte Ratingen, München/Dornach sowie Böblingen. Sie sollen zusammengelegt werden, um eine Optimierung der Kosten und der technologischen Ausstattung zu erreichen. In Deutschland sollen somit 1500 Arbeitsplätze gestrichen werden. Sie gehören zu den insgesamt 15.000 Beschäftigten, das sind 10 Prozent der gesamten Belegschaft Hewlett Packards, die im Zuge der Sparmaßnahmen entlassen werden.

Dies stößt vor allem angesichts der hohen Gewinnzahlen auf Unverständnis. In den Monaten Februar bis April verdiente das Unternehmen pro Aktie 51 Cent - gegenüber 33 Cent je Anteilsschein im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 5 Prozent auf 22,6 Milliarden Dollar (17,6 Milliarden Euro). Bereinigt um Sonderausgaben stieg der Quartalsgewinn sogar auf 1,6 Milliarden Dollar oder 54 Cent pro Aktie. Das Unternehmen übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Diese hatten laut einer Befragung von Thomson Financial mit einer Gewinnsteigerung auf 49 Cent pro Aktie gerechnet. Hewlett Packard übertrifft also seine eigenen Erwartungen, reiht sich jedoch gekonnt in die Gruppe jener Unternehmen, die trotz oder gerade wegen Milliardengewinnen auf ihre Arbeitnehmer verzichten wollen.

Reuters/AP / AP / Reuters