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Hintergrund: Rentner - Das unbekannte Wesen

Alte Menschen sind arm, leben in Heimen und können kaum krauchen? Gibt es. Aber das Leben der meisten Senioren sieht anders aus.

Alter

20,1 Millionen Bundesbürger sind 60 Jahre und älter - Tendenz stark steigend. Auch ihre Lebenserwartung wächst immer weiter. Ein heute 60-Jähriger wird im Durchschnitt 79 (Männer) bzw. 83 (Frauen) Jahre alt.

Wohnen

Mehr als 97 Prozent der über 60-Jährigen wohnt im Privathaushalt. Nur knapp drei Prozent der Alten - vor allem die über 80-Jährigen - lebt in Heimen. 41 Prozent der Rentner und knapp 50 Prozent der Pensionäre besitzen Wohneigentum.

Arbeit

In der Altersgruppe von 55 bis 60 arbeitet noch etwas mehr als jeder Zweite (57,7 Prozent). Von den 60- bis 65-Jährigen ist nur noch ein Fünftel erwerbstätig. Bei den 65- bis 70-Jährigen sind immerhin noch fünf Prozent im Job, vor allem Selbstständige.

Geld

Renten und Pensionen machen rund 90 Prozent der Alterseinnahmen aus. Der Rest stammt aus Vermögenseinkünften wie Zinsen, Dividenden und Mieten sowie aus Pflegeversicherung, Sozialhilfe oder Wohngeld. Durchschnittlich verfügen die Seniorenhaushalte über ein Nettovermögen von 31.344 Euro. Dabei haben Westrentner (hier: 65- bis 69-Jährige) mit rund 42.000 Euro deutlich mehr Vermögen als gleich alte Ostrentner, die nur knapp 17.000 Euro besitzen.

Gesundheit

Die Hauptbeschwerden, mit denen ältere Bürger zum Arzt gehen, sind Bluthochdruck, Herzkreislaufleiden, Osteoarthrose und Diabetes. 1,5 Prozent der Senioren leiden unter Altersdemenz. 32 Prozent der über 65-jährigen Männer und 25 Prozent der Frauen mussten schon mal wegen einer Herzkreislauferkrankung in der Klinik behandelt werden, 19 Prozent wegen gut- oder bösartiger Geschwülste. 38 Prozent der 80- bis 84-Jährigen sind pflegebedürftig. Die Quote steigt mit jedem weiteren Lebensjahr stark an, von den über 90-Jährigen sind 60 Prozent pflegebedürftig.

Kontakte

Etwa 80 Prozent der 55- bis 70-Jährigen haben nach eigenen Angaben "gute Kontaktmöglichkeiten" auch außerhalb der Familie und treffen sich regelmäßig mit Freunden; bei den Älteren behaupten das nur noch 64 Prozent. 28 Prozent der über 70-Jährigen haben keine engen Freunde, ermittelte das Deutsche Zentrum für Altersfragen.

Gesellschaftliches Engagement

30 Prozent aller Wahlberechtigten sind über 60 Jahre alt. 2030 werden es über 40 Prozent sein. Zwei von drei Senioren sind nach eigenen Angaben "politisch mittelmäßig bis sehr stark interessiert", aber nur zwei Prozent der Alten engagieren sich aktiv, beispielsweise als Seniorenvertreter in der Kommune.

Freizeit

Für Reisen, Bildung und Unterhaltung geben die Senioren zehn Prozent ihres Haushaltsbudgets aus. Nach einer Erhebung des Deutschen Zentrums für Altersfragen von 2001 hatten 14 Prozent der 60- bis 85-Jährigen in den vergangenen zwölf Monaten Kurse und Vorträge an verschiedenen Bildungsinstitutionen besucht, viele auch an Unis. Außerdem steigt das Fernweh der Alten: Im vergangenen Jahr verreisten 68 Prozent der über 60-Jährigen, also gut 13 Millionen Bürger. Sie gaben pro Reise durchschnittlich 900 Euro aus. 39 Prozent der mobilen Alten blieben im eigenen Land, 27 Prozent erholten sich im Mittelmeerraum, vor allem in Spanien, zehn Prozent in Österreich.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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