Ifo-Index Wirtschafts-Bosse weiter optimistisch


Der Ifo-Geschäftsklimaindex erreicht den höchsten Stand seit über einem Jahr. Experten erwarten positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Einen Anlass zur überschwänglichen Euphorie sehen sie aber nicht.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober den siebten Monat in Folge verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg leicht um 0,6 auf 91,9 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit September 2008. "Die Erholung setzt sich zögerlich fort", sagte der Präsident des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo), Hans-Werner Sinn.

Bundestagswahlen fast ohne Auswirkungen

Die exportabhängige Industrie schaut ebenfalls rosiger in die Zukunft. "Trotz der Aufwertung des Euro sehen die Unternehmen etwas bessere Exportchancen", sagte Sinn. Der vorhandene Maschinenpark sei etwas besser ausgelastet als im Sommer, aber immer noch unterdurchschnittlich. "Den Personalabbau planen die Unternehmen etwas zu verlangsamen", sagte der Ifo-Chef. Auch im Großhandel und im Baugewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima. Dagegen trübte sich die Stimmung bei den Einzelhändlern und den Dienstleistern ein.

Der Regierungswechsel hat dem Ifo-Institut zufolge die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen bisher kaum heben können. Die Bundestagswahl sei kein entscheidender Faktor bei der monatlichen Firmenbefragung gewesen, sagte Klaus Abberger vom Ifo-Institut. Die weltwirtschaftliche Erholung spiele dagegen eine größere Rolle. Experten sehen im erneuten Anstieg des Ifo-Index den Aufwärtstrend der deutschen Wirtschaft bestätigt. "Aber diese Erholung wird gespickt mit Schlaglöchern sein", sagte DekaBank-Experte Andreas Scheuerle.

Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Monatlich befragt das Institut rund 7000 Unternehmen aus Industrie, Einzel- und Großhandel sowie Bauwirtschaft nach ihren Einschätzungen zur derzeitigen Wirtschaftslage und ihren Zukunftsaussichten.

DPA DPA

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