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Immobilienfinanzierer: Aareal schlüpft unter Rettungsschirm

Der Wiesbadener Immobilienfinanzierer Aareal nimmt den Bankenrettungsschirm der Großen Koalition in Anspruch. Das Geldinstitut sieht sich zwar noch nicht in Schwierigkeiten, will aber vorsorgen. Das könnte die Bundesregierung bis zu vier Milliarden Euro kosten.

Mit dem Wiesbadener Immobilienfinanzierer Aareal schlüpft ein weiteres Finanzinstitut unter den Bankenrettungsschirm der Bundesregierung. Einer Mitteilung der Aareal Bank AG zufolge gewährt der Finanzmarktstabilisierungsfonds (SoFFin) dem Institut eine sogenannte Stille Einlage in Höhe von 525 Millionen Euro sowie einen Garantierahmen für neue Emissionen im Volumen von bis zu vier Milliarden Euro.

Die Maßnahme wird von der Bank ausdrücklich als Vorsorge dargestellt. Man habe sich mit dem SoFFin auf die Maßnahmen geeinigt, um ein "nachhaltig profitables Geschäft dauerhaft abzusichern und zugleich das sehr schwierige Marktumfeld zu überbrücken".

Bank in den schwarzen Zahlen

Nach vorläufigen Zahlen hat die Aareal-Gruppe das Geschäftsjahr 2008 mit schwarzen Zahlen abgeschlossen. Das Vorsteuerergebnis des Konzerns habe bei 117 Millionen Euro gelegen. "Der Vergleichswert des Vorjahres (380 Millionen Euro) war maßgeblich von positiven Sondereffekten in Höhe von 221 Millionen Euro geprägt." Im vierten Quartal verbuchte die Gruppe einen Vorsteuergewinn von 11 Millionen Euro. "Damit hat die Aareal Bank Gruppe in allen Quartalen seit Ausbruch der Finanzmarktkrise schwarze Zahlen geschrieben". Das bewährte Geschäftsmodell werde nicht geändert.

Die Aareal Bank ist aus der einst staatlichen Deutsche Pfandbrief- und Hypothekenbank AG hervorgegangen. 2002 wurde die Bankengruppe geteilt in den Immobilienfinanzierer Aareal mit Sitz in Wiesbaden und den Staatsfinanzierer DEPFA mit Sitz in Dublin. Finanzprobleme der DEPFA brachten deren neuen Mutterkonzern Hypo Real Estate in Existenzschwierigkeiten.

DPA/AP / AP / DPA