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Immobilienstreit: KarstadtQuelle entschädigt Wertheim

Nach langem Rechtsstreit haben sich die Wertheim-Erben und der KarstadtQuelle-Konzern auf eine Entschädigungssumme geeinigt. Die Gelder kommen der Familie und Holocaust-Stiftungen zugute.

Der Handels- und Touristikkonzern KarstadtQuelle hat den Konflikt um die Berliner Wertheim-Immobilien beigelegt. Der Konzern habe einer Zahlung von 88 Millionen Euro zugestimmt, teilte die Jewish Claims Conference in Düsseldorf mit. Mit der Einigung werde der Streit um das Berliner Lenne-Dreieck und alle weiteren Immobilien beigelegt, erklärte der Konzern. Für das Unternehmen gebe es nun Rechtssicherheit, betonte Konzernchef Thomas Middelhoff. Die Gelder flössen in Projekte zur Unterstützung der Überlebenden des Holocausts.

Die Grundstücke im Lenne-Dreick gehörten vor dem Holocaust zusammen mit anderen der Wertheim-Familie. Die jüdische Familie Wertheim hatte ihr Vermögen in der NS-Diktatur verloren. Die JCC vertritt die jüdische Gemeinschaft in Verhandlungen zur Entschädigung von NS-Opfern. Die Fläche am Potsdamer Platz war 1991 dem Hertie-Warenhauskonzern vom Land Berlin kostenlos überlassen worden. Hertie hatte Wertheim Anfang der 1950er Jahre erworben und war 1994 selbst von Karstadt geschluckt worden. Deshalb wird KarstadtQuelle als Rechtsnachfolger von Wertheim betrachtet.

Reuters / Reuters