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INDUSTRIE: Eon will Tochter VAW an Investor verkaufen

Der Düsseldorfer Mischkonzern Eon will seine Tochtergesellschaft VAW Aluminium in den kommenden Wochen an einen internationalen Finanzinvestor verkaufen.

Der Wert für die Bonner VAW bewegt sich nach aktuellem Stand in einer Spanne zwischen 2,23 und 2,55 Mrd. Euro, erfuhr die Financial Times Deutschland aus Unternehmenskreisen. Hinzu kommen Finanzschulden von 0,47 Mrd. Euro. Damit liegt der Gesamtpreis für VAW bei maximal 3 Mrd. Euro.

Die Verhandlungen befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium. Mit dem Investor, der dem Vernehmen nach aus dem angelsächsischen Raum stammt, werden exklusive Gespräche geführt - ein Indiz dafür, dass die wesentlichen Punkte geklärt sind. Das Scheitern von Exklusivgesprächen ist selten.

VAW gehört mit 3,44 Mrd. Euro Umsatz zu den größten Aluminiumherstellern der Welt. Mit dem Verkauf der Tochter setzt Eon-Chef Ulrich Hartmann die angestrebte Konzentration auf das Energiegeschäft fort. Die Verträge sollen Anfang 2002 unterzeichnet werden, da dann die Erträge aus Beteiligungsverkäufen steuerfrei sind. Eine ähnliche Konstruktion hatte Eon auch bei der Veräußerung des 45-Prozent-Anteils an dem Telekommunikationsunternehmen Viag Interkom gewählt: Im August 2000 wurde mit British Telecom eine Option vereinbart, erst im Januar 2001 wurde sie ausgeübt.

Auch Konkurrenten von VAW wie Alcan, Pechiney oder Norsk Hydro hatten zunächst Interesse an dem Unternehmen gezeigt. Als sich jedoch abzeichnete, dass die europäischen Wettbewerbsbehörden einem Verkauf an Konkurrenten nicht oder nur unter stark erschwerenden Auflagen zustimmen würden, schwenkte Eon um. Der Vorstand von VAW und die Arbeitnehmervertreter sind mit einer Übernahme durch eine internationale Risikokapitalfirma ebenfalls einverstanden. Ein Investor habe an einer Zerschlagung von VAW kein Interesse, heißt es. Das Unternehmen solle in den kommenden Jahren als schlagkräftiges Ganzes an die Börse gebracht werden. Eon wollte die Informationen nicht kommentieren.