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IWF-Ausblick: Weltwirtschaft geht 2009 in die Knie

Die schlechten Konjunktur-Nachrichten reißen nicht ab. Nach der jüngsten Prognose des Internationalen Währungsfonds bricht die Wirtschaft 2009 dramatisch ein. Demnach stürzt das globale Wachstum in diesem Jahr auf 0.5 Prozent ab - das ist der schlechteste Wert seit dem Zweiten Weltkrieg. Auch die Zahl der Arbeitslosen klettert in lange nicht mehr gekannte Höhen.

Die Weltkonjunktur erlebt nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in diesem Jahr den dramatischsten Einbruch seit dem Zweiten Weltkrieg. Das globale Wachstum stürze 2009 auf lediglich 0,5 Prozent ab, heißt es im aktualisierten Weltwirtschaftsausblick des IWF, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Die Industrienationen sieht der Fonds in die tiefste Rezession der Nachkriegszeit rutschen. Dort werde die Wirtschaftsleistung um 2 Prozent schrumpfen. Für Deutschland erwartet der IWF ein noch kräftigeres Minus von 2,5 Prozent.

Für 2010 rechnet der Weltwährungsfonds dank der Maßnahmen von Regierungen und Notenbanken mit einer "schrittweisen Erholung" der globalen Konjunktur und einem Wachstum von 3 Prozent. Ein vergleichsweise kräftiges Plus von 1,6 Prozent sagt der IWF im kommenden Jahr für die USA voraus, die Ausgangspunkt der Finanzmisere waren. In Deutschland und der Eurozone sei dagegen lediglich ein hauchdünnes Wachstum von knapp über Null zu erwarten.

Der Fonds beziffert die erwarteten Verluste durch Kredite und entsprechende Vermögenswerte, die im Zusammenhang mit dem Einbruch auf dem US-Immobilienmarkt stehen, unterdessen auf 2,2 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro). Im Oktober lag die Schätzung noch bei 1,4 Billionen Dollar. Die Banken werden voraussichtlich noch mehr Kapital benötigen, da weitere Verluste zu erwarten seien, heißt es im ebenfalls aktualisierten Bericht zur globalen Stabilität der Finanzmärkte des Weltwährungsfonds.

40 Millionen Arbeitslose mehr

Auch die weltweite Arbeitslosigkeit nimmt im Zuge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise zu. Nach Schätzungen der UN-Arbeitsorganisation könnten in diesem Jahr weitere 40 Millionen Menschen ihre Stelle verlieren. Die Arbeitslosigkeit wäre dann auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Die tatsächliche Zahl der Arbeitslosen 2009 hänge weitgehend davon ab, wie erfolgreich die Konjunkturpakete der einzelnen Regierung seien, erklärte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in ihrem jährlichen Bericht zum globalen Beschäftigungstrend.

Die weltweite Arbeitslosigkeit werde Ende des Jahres 210 Millionen bis 230 Millionen Menschen treffen - eine deutliche Steigerung gegenüber den 179 Millionen Arbeitslosen Ende 2007 und den schätzungsweise 190 Millionen Ende 2008. Das schlimmste Szenario geht von einem raschen Einbruch des Wachstums und einer wirtschaftlichen Erholung erst im Jahr 2010 aus. Dann stiege die Arbeitslosenrate auf 7,1 Prozent. In den letzten zehn Jahren schwankte sie zwischen 5,7 Prozent und einem Höchststand von 6,3 in den Jahren 2003 und 2004.

ILO-Direktor Juan Somavia sagte, obwohl viele Regierungen inzwischen ihre Volkswirtschaften unterstützten, sei weiteres entschlossenes und koordiniertes Handeln nötig, um eine globale soziale Rezession abzuwenden. "Der Fortschritt bei der Verringerung der Armut löst sich auf, und die Mittelklasse weltweit wird schwächer." Zusätzlich zu steuer- und geldpolitischen Interventionen benötigt die Weltwirtschaft laut dem Bericht auch kreative Maßnahmen, die die soziale Situation der Arbeiter verbessern. Die Regierungen müssten ihr Augenmerk besonders auf kleine und mittelgroße Unternehmen richten, denn sie stellten den Großteil der Arbeitsplätze bereit und seien am meisten von der Finanzkrise betroffen.

DPA/AP / AP / DPA