Jahresbilanz Vattenfall steigert Gewinn dank Deutschland


Der schwedische energiekonzern Vattenfall hat seinen gewinn 2007 steigern können. Obwohl zwei deutsche Atomkraftwerke lange Zeit vom Netz waren, spielt der deutsche Strommarkt eine entscheidende Rolle für die positive Bilanz.

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall hat trotz des monatelangen Ausfalls der beiden deutschen Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel auch 2007 seinen Gewinn wieder gesteigert. Wie das Staatsunternehmen in Stockholm mitteilte, stieg das Betriebsergebnis um 2,7 Prozent auf umgerechnet 3,03 Milliarden Euro (28,6 Milliarden Kronen). Bei der deutschen Tochter Vattenfall Europe erhöhte sich das Betriebsergebnis deutlich stärker um 10,5 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.

Auch beim Umsatz war die Steigerung bei der deutschen Tochter höher als beim Mutterkonzern. Während die Erlöse insgesamt um 5,8 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro zulegten, kletterte der externe Umsatz in Deutschland um 10,8 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Dabei hatte der schwedische Konzern 2007 neben dem weiter andauernden Stillstand von Brunsbüttel und Krümmel auch den Verlust von 250.000 deutschen Privatkunden nach einer Preisanhebung im Sommer sowie geringere Erlöse aus dem Netzbetrieb in Deutschland zu kompensieren.

201 Millionen Euro Einbußen

Konzernchef Lars G. Josefsson bezifferte die Kosten für 2007 durch den Ausfall der Kernkraftwerke im Gefolge von Bränden und anderen Zwischenfällen seit letztem Sommer auf 201 Millionen Euro. Er wollte bei einer Pressekonferenz in Stockholm keine Angaben über das voraussichtliche Datum der erneuten Inbetriebnahme machen.

Josefsson sagte, Vattenfall habe im Gefolge der Zwischenfälle eine "unangemessene Informationspolitik" betrieben. Nach der massiven Kritik in der deutschen Öffentlichkeit sowie dem massenhaften Wechsel von Kunden vor allem in Berlin und Hamburg hatte Vattenfall innerhalb weniger Monate zwei Mal die Spitzenposition bei seiner deutschen Zentrale in Berlin neu besetzt.

"Wilder" Strommarkt in Deutschland

Der neue Chef bei Vattenfall Europe, Tuomo Hatakka, meinte über die Zukunftsperspektiven: "Wir in der Energiewirtschaft werden künftig mit immer mehr Risiken und Unwägbarkeiten zu kämpfen haben." Josefsson nannte die Konkurrenz um Stromkunden in Deutschland "wild". Vattenfall will seine CO2-Emissionen bis 2030 halbieren und strebt für den integrierten europäischen Energiemarkt einen Marktanteil von zehn Prozent an.

DPA DPA

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