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Schlechte Ernte, hoher Preis: Warum Kaffee teurer wird

Trockenheit und Frost haben den Kaffeebohnen in Brasilien am Jahresanfang zugesetzt. Aber nicht nur die schwache Ernte lässt den Kaffe teurer werden - auch Rohstoffspekulationen treiben den Preis.

Kaffeetrinker müssen jetzt stark sein: Kaffee wird teuer. Die Ursache ist schnell gefunden: Anfang des Jahres litt Brasilien unter einer enormen Trockenheit. Auch Frost hatte den Pflanzen zugesetzt. An den Sträuchern hingen schon im Frühjahr nur vertrocknete Kirschen, darin nur winzige Böhnchen. "Noch nie in meinem Leben habe ich so eine Dürre erlebt", sagte damals Leandro Gomes von der brasilianischen Kaffee-Kooperative Coopamig. Dass die Ernte schlechter ausfallen würde, war sicher. Doch das Ausmaß des Ernteausfalls ist bis heute noch unklar - und genau diese Ungewissheit treibt nun den Preis in die Höhe.

Weitere Dürren machen Kaffee teurer

Brasilien ist der größte Kaffeeexporteur der Welt. Daher ist die Dürre auch für den weltweiten Preisanstieg veranwortlich, denn die Trockenheit soll die schlimmste der vergangenen 40 Jahre gewesen sein. Bis zu 30 Prozent weniger Ertrag sei bei einigen Großplantagen zu erwarten. Insgesamt soll die Ernte acht Prozent unter dem Vorjahr liegen, teilte die brasilanische Landwirtschaftsbehörde Conab mit. Da sich Kaffee bis zu zwei Jahre lagern lässt, können normalerweise leichte Schwankungen beim Ernteausfall abgefedert werden. Diese Dürre scheint nun aber direkte Auswirkungen auf den Kaffeepreis in Deutschland zu nehmen.

Seit Wochen klettern die Kaffeepreise in die Höhe. In der vergangenen Woche wurde ein Pfund Kaffee an den Rohstoffmärkten noch für 200 US-Cent gehandelt. Inzwischen müssen Händler 221 US-Cent auf den Tisch legen - und ein Ende des Preisanstiegs ist noch nicht in Sicht. Zum Vergleich: Anfang des Jahres zahlten Händler für brasilanische Arabica-Bohnen nur 114 US-Cent. Doch nicht nur die schwache Ernte in Brasilien hat Schuld an den erhöhten Preisen. Derzeit fehlt der Regen nämlich auch in Mittelamerika. Die Anbaugebiete in Honduras, Mexika, Guatemala und Nicaragua liegen trocken. Diese Regionen liefert rund zehn Prozent der weltweiten Kaffeeproduktion. Auch das lässt die Preise weiter ansteigen.

Spekulanten treiben Kaffeepreis

Der Druck auf den Kaffeepreis wird zusätzlich durch Spekulationsgeschäfte an den Rohstoffmärkten befeuert. Wer auf weiter steigende Preise wettet, kann derzeit mit einem Plus von 140 Prozent rechnen - das zieht Renditejäger an. Solche Spekulationsgeschäfte wirken als zusätzliche Preistreiber und schrauben die Kaffeepreisspirale weiter nach oben. Experten erwarten, dass der aktuelle Preisanstieg noch 2015 spürbar sein wird.

Katharina Grimm