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Karstadt: Von der Leyen mischt in Diskussion um Kaufhauskette mit

In den Streit um die Fortführung der Kaufhauskette Karstadt hat sich einem Zeitungsbericht zufolge Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen geäußert. In einem vertraulichen Schreiben an die Anleihengläubiger des Konsortiums Highstreet habe die Ministerin auf eine Einigung im Streit über die Mieten von Karstadt-Kaufhäusern mit dem Investor Nicolas Berggruen gedrungen.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich nach einem Zeitungsbericht in den Streit um die Karstadt-Fortführung eingeschaltet und sich damit den Ärger von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) zugezogen. In einem vertraulichen Schreiben an die Anleihengläubiger des Konsortiums Highstreet habe die Ministerin auf eine Einigung im Streit über die Mieten von Karstadt-Kaufhäusern mit dem Investor Nicolas Berggruen gedrungen, berichtete die "Bild am Sonntag". Das Blatt berief sich auf das ihm vorliegende Schreiben. Brüderle reagierte irritiert. "Wer mitverhandelt, ist auch mit in der Haftung", warnte er in der Zeitung. Es sei nicht Sache der Staates, sich in solche Verhandlungen einzumischen.

Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg hatte sich schon vor Wochen mit dem deutsch-amerikanischen Investor Berggruen auf einen Kaufvertrag für Karstadt geeinigt. Allerdings konnte die Transaktion wegen des Streits zwischen dem Investor und dem Highstreet-Konsortium, dem der Großteil der 120 Karstadt-Kaufhäuser gehört, über die Miethöhe bislang nicht abgeschlossen werden. Vor kurzem hat sich der italienische Kaufhausbetreiber Maurizio Borletti als neuer Interessent gemeldet. Er hat sich nach Angaben einer Sprecherin mit den Highstreet-Eigentümern, eine Gruppe um Goldman Sachs und die Deutsche Bank, auf die Konditionen eines Generalmietvertrages geeinigt.

Die "Bild am Sonntag" berichtete in einer Vorab-Mitteilung, die über den in der Zeitung erschienenen Bericht hinausgeht, das Schreiben von der Leyens trage das Datum 6. August. "Die Bundesregierung hat ein aktives Interesse, die verschiedenen Parteien bei der Umstrukturierung von Karstadt zu unterstützen, um eine Liquidierung dieses Unternehmens zu verhindern, die den Verlust von 25.000 Arbeitsplätzen, ernsthafte Konsequenzen für die Lieferanten und alle sonstigen beteiligten Parteien sowie erhebliche Kosten für die Bundesagentur für Arbeit nach sich ziehen würde", zitierte die Zeitung in der Mitteilung.

Reuters / Reuters