Kartellamt Air Berlin darf LTU schlucken


Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft, Air Berlin, hat nun auch den Segen des Bundeskartellamtes für die Übernahme des Ferienfliegers LTU bekommen. Air Berlin verspricht sich durch die Übernahme Kosteneinsparungen in Millionenhöhe.

Das Bundeskartellamt hat die Übernahme der LTU durch die Air Berlin ohne Auflagen genehmigt. Das teilte Deutschlands zweitgrößte Airline in Berlin mit. Air Berlin hatte bereits Ende März angekündigt, die Düsseldorfer Fluggesellschaft kaufen zu wollen und dafür eine Kapitalerhöhung vorgenommen sowie eine Wandelanleihe platziert. Als Kaufpreis waren 140 Millionen Euro vereinbart worden. Außerdem wurden 200 Millionen Euro für die Übernahme von Altschulden bereitgestellt.

Air Berlin-Vorstandsvorsitzender Joachim Hunold begrüßte die Entscheidung des Kartellamts: "Jetzt haben wir endlich die strategische Weichenstellung, die wir uns schon lange gewünscht haben. Bedauerlich ist nur, dass der Prüfungsprozess durch die Behörde so lange gedauert hat. Dadurch sind uns Synergie-Effekte verloren gegangen, die wir gerne noch in diesem Jahr realisiert hätten. So konnten wir beispielsweise unsere Sommerflugpläne nicht aufeinander abstimmen."

Kosteneinsparungen bis zu 100 Millionen Euro

Von 2008 an erwartete der Air Berlin-Vorstand durch die Übernahme Kosteneinsparungen zwischen 70 und 100 Millionen Euro jährlich. "Ob wir dieses Ergebnis jetzt noch erreichen können, hängt nicht unwesentlich vom Ausgang der Tarifverhandlungen ab, die derzeit mit den LTU-Piloten geführt werden", erklärte Hunold. Die LTU betreibt derzeit 27 Flugzeuge und beschäftigt nahezu 2800 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen 1,06 Milliarden Euro Umsatz und beförderte 5,7 Millionen Passagiere. Rechtlich bleibt die LTU auch nach der Übernahme ein selbstständiges Unternehmen.

AP AP

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