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30 Jahre Air Berlin: Aus der Ölkrise zum Höhenflug

Am 28. April 1979 startete erstmals ein Jet der Air Berlin von Tegel nach Palma. 57 Millionen Passagiere flogen in 30 Jahren von und nach Mallorca. An Bord des heutigen Jubiläumsflugs war ein besonderer Gast von damals, der sich an nichts mehr erinnern kann.

Von Till Bartels, Palma de Mallorca

Zwei Flughafenfeuerwehren spritzen ihre Wasserfontänen in den blauen Balearenhimmel. Kein Absturz, sondern eine Geburtstagsfeier ist der Anlass. Auf dem Flughafen Palma ist der Flug AB9172 mit VIP-Gästen gelandet, die Morgenmaschine aus Tegel. Neben Urlaubern und Geschäftsleuten steigen Renate und Wilfried Krügerke die Treppe herab. Die Familie aus Berlin-Schmargendorf fliegt nicht zum ersten Mal mit der zweitgrößten deutschen Fluglinie, sondern nahm vor 30 Jahren am Erstflug der frisch gegründeten Air Berlin teil. Damals brachte ein Boeing-Jet Sonnenhungrige nach Palma.

Bei der Jubiläumsparty auf dem Vorfeld werden Geschenke ausgetauscht. Unter Applaus überreicht der VIP-Passagier Andy Krügerke dem Direktor von Air Berlin in Spanien, Álvaro Middelmann, eine Geburtstagstorte mit den süßen Schokolettern "30 Jahre Air Berlin". Doch Andy Krügerke erzählt nicht von früher, er kann sich an nichts mehr erinnern. Dabei genoss der heute 29-Jährige als bestumsorgter Passagier einen Service, wie ihn keine Flugbegleiterin bieten kann. Bei dem historischen Erstflug flog er noch im Bauch seiner Mutter Renate.

Stewardessen mit feuchten Augen

"Ich dachte, dass Air Berlin keine zehn Jahre alt ist," sagt ein spanischer Zaungast, der die besondere Ankunft der Boeing 737 mitverfolgt. Erst seit wenigen Jahren ist Air Berlin im Bewusstsein der Südeuropäer und befördert auch Passagiere vom spanischen Festland zur Insel. Dass Air Berlin, die durch den Börsengang 2006 und Übernahme der Fluggesellschaften DBA und LTU stark expandierte, noch in Zeiten des Kalten Krieges gegründet wurde, wissen nur wenige. Einige der Ehrengäste sind sichtlich bewegt an diesem Tag. Dazu gehört auch Claudia Rössler. Sie arbeitete damals als Flugbegleiterin. "Stewardess ist ein Job. Das ist kein anerkannter Beruf", sagt die 61-Jährige. Noch heute arbeitet sie bei Air Berlin und kümmert sich inzwischen um die Kerosinabrechnungen.

Aus der Ölkrise zum Höhenflug

Die Gründung von Air Berlin war eine Notlösung. Der amerikanische Pilot Kim Lundgren hatte wegen der Ölkrise in den 70er Jahren seine Anstellung bei der Pan American in Europa verloren. Doch statt nach Nordamerika zurückzugehen, gründete er mit einem Kollegen das Lufttaxi-Unternehmen "Berlinair". 1978 lässt er im Bundesstaat Oregon die "Air Berlin Inc." ins Handelsregister eintragen. Denn zu Vorwende-Zeiten durften keine deutschen, sondern nur Fluggesellschaften der Alliierten das geteilte Berlin anfliegen.

Monate vergingen, bis Piloten und Kabinenpersonal gefunden und trainiert waren. Eine Boeing 707, die von Trans World Airlines übernommen wurde, hob am 28. April zu ihrem Erstflug ab. Im Auftrag des Berliner Flugrings bringt sie 178 Urlauber nach Mallorca.

Der Fall der Berliner Mauer stellte Ludgren vor ein gewaltiges Problem. Mit dem Einigungsvertrag verloren die Siegermächte ihre Sonderstellung in der Luftfahrt. Die Firmenschließung stand an oder ein deutscher Mehrheitsgesellschafter musste her. 1991 wurde Joachim Hunold geschäftsführender Gesellschafter, der zuvor in Düsseldorf beim Ferienflieger LTU als Vertriebs- und Marketingdirektor gearbeitet hatte. Aus dem amerikanischen Unternehmen mit nur zwei Flugzeugen wurde eine deutsche Luftfahrtgesellschaft, die heute eine Flotte von 125 Maschinen betreibt.

Platzhirsch auf den Balearen

Hunold setzte seine Charterflugzeuge zunächst dort ein, wo er niemanden angreifen konnte. Er startete von vernachlässigten Flughäfen wie Nürnberg, Paderborn und Münster/Osnabrück. 1992 waren es noch 15 Flüge pro Tag, heute sind es 700.

Der nächste Coup gelang mit dem Einzelplatzverkauf Ende der 90er Jahre. Statt ausschließlich Pauschalreisende flogen zunehmend Individualtouristen mit Air Berlin. Auch veränderte sich das Streckennetz: Statt Ziele nur in den Urlaubsgebieten rund ums Mittelmeer kamen nun Städteziele dazu. Mit dem Städte-Shuttle wurde Air Berlin zum Konkurrenten traditioneller Linienfluggesellschaften. Doch der entscheidende Dreh kam mit dem Drehkreuz in Palma. Statt mit halbleeren Maschinen von einem Ort in Deutschland zu einer spanischen Stadt nonstop zu fliegen, steuern jetzt Maschinen von 15 deutschen Flughäfen den Airport in Palma an, um ihre Passagiere auszutauschen und zu 18 Zielen auf der Iberischen Halbinsel weiterzufliegen, sei es nach Valencia, Madrid oder Lissabon. Heute steigt ungefähr die Hälfte aller Reisenden in Palma um.

Spanische Fluglinien haben Air Berlin das Feld in Palma kampflos überlassen. Schon seit sieben Jahren ist Air Berlin die Airline mit dem höchsten Passagieraufkommen in Palma. Im vergangenen Jahr beförderten die Berliner 6,4 Millionen Fluggäste nach Mallorca. Das entspricht einem Marktanteil von 30 Prozent. Das freut den Flughafen, der kräftig investiert, und ab Mai 2010 auch die Passagiere: Dann soll das neue Terminal C fertig sein, den Air Berlin für seine drei "Umsteige-Wellen", morgen, mittags und abends, nutzen wird.

Jubiläum in Krisenzeiten

Doch längst läuft nicht alles glatt für Hunold und seine Fluglinie. Zum Firmenjubiläum ist der Vorstandschef als Krisenmanager gefragt. Wegen der Konjunkturflaute muss er Strecken streichen und Kapazitäten kappen, um die Kosten unter Kontrolle zu halten. Über Tarifgesprächen mit den Piloten schweben Streikdrohungen. Stabilisierung bringen sollen zwei neue Großaktionäre.

"An der Börse ist Air Berlin bisher keine Erfolgsgeschichte", sagt Michael Kunert, Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Die Papiere, die 2006 zu zwölf Euro ausgegeben wurden, notieren nun bei vier Euro. Das Augenmerk liege weiterhin "klar auf der Stärkung der Profitabilität", versichern Hunold und sein Finanzvorstand Ulf Hüttmeyer.

Dank eines Sparprogramms lag das operative Ergebnis im vergangenen Jahr allen Unkenrufen zum Trotz mit 14,2 Millionen Euro im Plus. Unter dem Strich landete man mit 75 Millionen Euro Verlust jedoch tiefer in den roten Zahlen.

Nach dem Ausstieg des US-Milliardärs Leonard Blawatnik als Großaktionär präsentierte Hunold die türkische ESAS Holding, Betreiberin der Fluglinie Pegasus, als neuen Investor. 15,3 Prozent will sie übernehmen. Als "Geburtstagsgeschenk" gab das Bundeskartellamt dafür heute grünes Licht. Mit dem Reiseriesen TUI besiegelte Hunold zudem erst kürzlich eine Allianz mit einer Überkreuzbeteiligung von jeweils 19,9 Prozent an Air Berlin und der TUI-Flugtochter TUIFly. Mit maximal 27,3 Millionen Gästen rechnet man für 2009. 1,3 Millionen weniger als im vergangenen Jahr. Zur Feier des Tages gibt sich Hunold aber optimistisch: "Ich bin fest davon überzeugt, dass es uns auch noch in fünf bis zehn Jahren geben wird."

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Mit DPA

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(