Und ständig ist Sören weg, spurlos verschwunden. Mindestens 15 Mal schon in den vergangenen 30 Jahren. „Wir vermuten, dass, wenn jemand 18 Jahre alt wird, er zum Geburtstag ein Sören-Schild geschenkt bekommt“, sagt Walter Stindt, Bürgermeister des 200-Seelen-Ortes Sören bei Bordesholm, nördlich von Neumünster in Schleswig-Holstein. Er meint: Wenn ein Sören 18 wird. Denn der Ortsname ist zugleich ein norddeutscher Vorname.
Es ist nicht das einzige deutsche Ortsschild, das ständig Langfinger mit Schraubenziehern anlockt. Dennoch ärgert man sich in Sören: Das Dorf muss jedes gemopste Schild für 200 Euro ersetzen. Klingt nach einem überschaubaren Betrag, sei aber, so Bürgermeister Stindt, viel Geld für die kleine Gemeinde, das sich obendrein summiere.
Hoffnung: Immer weniger Jungs heißen Sören
Was dem Dorf Hoffnung machen könnte: Laut „Beliebte-Vornamen.de“ gehört Sören seit einigen Jahren nicht mehr zu den 1000 beliebtesten Vornamen. Die Nachfrage nach dem gelben Schild dürfte also perspektivisch zurückgehen.
Anders als vermutlich in Wacken, eine Autostunde von Sören entfernt. Auch das dortige Ortsschild war jahrelang ein begehrtes Diebesgut – mutmaßlich wegen des gleichnamigen und weltberühmten Heavy-Metal-Festivals, das dort jährlich stattfindet. Geholfen hat, dass das Ortsschild inzwischen angeschweißt statt angeschraubt wird. Seitdem ist Schluss mit dem Schilderstreich.
Ortsnamen zum Mitreisen gesucht
Sehen Sie in der Fotostrecke: Ortsnamen, die bei Dieben besonders beliebt sind, und solche, über die auch Erwachsene kichern können wie Teenager.