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Schlüpfriger Ortsname No more "Fucking": Dorf in Österreich ändert seinen Namen

Sehen Sie im Video: Dorf in Österreich – Fucking nennt sich in "Fugging" um.


"Fucking, upps, Fucking", ist der Irrtum, der beim Lesen dieses Ortsschildes oft vorkommt. Das Dorf in Österreich mit dem unglücklichen Namen wird ab dem 1. Januar nun in Fugging, mit zwei G, umbenannt. Das teilte die Bürgermeisterin Andrea Holzner auf der Internetseite des Dorfes mit. Ein historisches Ereignis. Der Ortsteil in der gemeinde Tarsdorf heißt seit dem Jahr 1070 so. Fuckings 104 Einwohnern ist es das aber wert. Sie sind die Veralberungen und Belästigungen langsam satt. Die Pornoseite "Pornhub" hatte den Einwohnern bereits einen kostenlosen Premium-Zugang angeboten. Zu sehen sind hier Bilder aus dem Jahr 2012. Nicht das erste Mal, dass ein Fernsehteam in den Ort kommt. Der damalige Bürgermeister Franz Meindl hatte die typischen Vorkommnisse damals so geschildert: "Sie fotografieren das Ortsschild in allen erdenklichen Posen und Stellungen. Niemand bleibt über Nacht, das sind alles nur Durchreisende. Für uns ergibt sich dadurch kein Vorteil." Einer Bewohnerin am Ortseingang wurde zudem mehrfach das Hausschild gestohlen, weil dort ebenfalls Fucking draufstehen muss. Deshalb hatte sie ihr Schild schon vor Jahren in Fugging, mit zwei G, umgeändert. Die Gemeinde tut es ihr ab dem 1. Januar gleich. Wer also noch schnell ein Foto schießen will, kann dies auch lieber sein lassen. Die Fotos gibt es zu Genüge im Internet.
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Weil ein österreichisches Dorf Witze über seinen Namen satt hat, ändert es seinen Namen. Aus "Fucking" wird deshalb ab Januar "Fugging". Mit dem Ende des zweideutigen Ortsnamens will man unter anderem unerwünschten Foto-Touristen ein Ende setzen.

Die Bewohner des österreichischen Dorfs "Fucking" haben genug von den ewigen Witzen: Das weltweit berühmte Dorf in Oberösterreich ändert deshalb seinen Namen. Der Ort mit rund 100 Einwohnern, der wegen der Namensgleichheit mit einem englischen obszönen Begriff immer wieder gestohlene Ortsschilder zu beklagen hatte, heißt ab dem 1. Januar "Fugging". Davor gebe es noch einige Verwaltungsschritte, sagte die Bürgermeisterin der Muttergemeinde Tarsdorf, Andrea Holzner, am Donnerstag dem Sender "OE24". Die Entscheidung des Tarsdorfer Gemeinderats von Mitte November war Anfang der Woche an der Amtstafel der Gemeinde im Bezirk Braunau am Inn veröffentlicht worden.

Der Ort liegt etwa 350 Kilometer östlich von der österreichischen Hauptstadt Wien. Insbesondere englischsprachige Touristen waren in der Vergangenheit in das Dorf gereist, um sich am Ortsschild von Fucking fotografieren zu lassen. Sie nahmen teils laszive Posen ein, bevor sie die Bilder auf Internetplattformen veröffentlichten. 

Geklaute Ortsschilder und Foto-Touristen in Fucking

Das Dorf taucht auf internationalen Listen lustiger Ortsnamen auf, immer wieder wurden Ortsschilder gestohlen, weshalb diese einbetoniert und verschweißt wurden, wie die österreichische Tageszeitung "Die Presse" berichtet. Einige Einwohner nutzten die Aufmerksamkeit im vergangenen Herbst dagegen für symbolische Zwecke und bildeten mit Plakaten Wortspiele mit besonders drastischen Forderungen rund um das Ortsschild.

Überlegungen der leidgeplagten Fuckinger, ihren Ortsnamen zu ändern, gab es laut Medienberichten in den vergangenen Jahren häufig. Bisher hatte es im Gemeinderat keine klare Mehrheit für die Namensänderung gegeben. Vor allem die Dorfbewohner, die in der Nähe des Ortsschilds wohnten, hatten die Änderung aber stets befürwortet.

Bekanntheit erlangte "Fucking" durch den Krimi "Bad Fucking" von Kurt Palm und dessen Verfilmung aus dem Jahr 2013, sowie eine PR-Aktion des Portals "Pornhub", die den Fuckingern und Einwohnern anderer Orte mit doppeldeutigem Namen ein kostenpflichtiges Abo für die Pornoseite schenkte.

Quellen: Nachrichtenagenturen DPA und AFP, "Die Presse", "heise online"

rw

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