Kaufhof-Konzern Metro "Das Schlimmste der Wirtschaftskrise scheint überwunden"


Die Konjunkturerholung und ein Sparprogramm haben dem Handelsriesen Metro zu einer deutlichen Ergebnissteigerung verholfen.

Der Handelsriese Metro sieht nach Zuwächsen im ersten Quartal Anzeichen für einen Aufschwung. Auch die zur Disposition gestellte Tochter Kaufhof konnte zulegen. Im Gesamtjahr 2010 will der Konzern, der im ersten Quartal die Markterwartungen übertraf, wieder mehr verdienen. "Wir sehen konjunkturell einen ersten Silberstreif am Horizont", erklärte Metro-Chef Eckhard Cordes. "Das Schlimmste der Wirtschaftskrise scheint in einigen Ländern überwunden."

Der Umsatz legte auf 15,5 (15,2) Milliarden Euro zu. Dazu trug bei, dass das Ostergeschäft in diesem Jahr ins erste Quartal fiel. Außerdem halfen günstige Währungseffekte - im Vorjahr hatte der Verfall von Währungen vor allem in Osteuropa gegenüber dem Euro dem Konzern schwer zu schaffen gemacht. Das operative Ergebnis (Ebit) auf 117 (54) Millionen Euro. Den Verlust nach Minderheiten dämmte Metro deutlich auf 16 (98) Millionen Euro ein. Handelskonzerne fahren im ersten Quartal traditionell Verluste ein, der Löwenanteil der Gewinne fällt meist im Weichnachtsgeschäft an.

Metro übertraf mit seinen Zahlen die Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit einem Umsatz von 15,4 Milliarden Euro, mit einem Ebit von 108 Millionen und einem Verlust nach Anteilen Dritter von 40 Millionen gerechnet hatten.

Der weltweit drittgrößte Handelskonzern hatte bereits angekündigt, 2010 wieder mehr verdienen zu wollen. Das Ergebnis vor Sonderfaktoren solle "spürbar" steigen, und auch der Umsatz solle zulegen. Metro will 2010 zudem wieder deutlich mehr Standorte eröffnen: 95 sollen es im laufenden Jahr werden nach 80 im Jahr zuvor. Unter anderem will die Kette Media Markt/Saturn ab Herbst ihre ersten Märkte in China eröffnen.

Beim größten Umsatzbringer, der Großmarktsparte Cash&Carry, stagnierten die Erlöse, das Ergebnis aber stieg. Media Markt/Saturn legte erneut zu, Kaufhof steigerte den Umsatz um 3,4 Prozent auf 819 Millionen Euro. Cordes schwebt eine Warenhaus-Allianz aus Kaufhof und Teilen des insolventen Konkurrenten Karstadt vor. Am Bieterverfahren um Karstadt hatte sich Metro indes nicht beteiligt, weil der Insolvenzverwalter die Kette als Einheit verkaufen will.

Reuters Reuters

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