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Kaufinteresse: Deutsche Bank will deutsche Citibank

Die krisengeplagte Citigroup prüft offenbar einen Verkauf ihrer Deutschland-Tochter. Die Deutsche Bank hat offen sein Interesse an der Citibank mit seinen 3,5 Millionen Privatkunden bekundet.

Die Deutsche Bank ist an einem Kauf der Citibank in Deutschland interessiert. "Wir müssen zuerst schauen, ob die Citibank zum Verkauf steht, aber wenn, dann ja", sagte Deutschland-Chef Jürgen Fitschen am Rande einer Veranstaltung in Eltville auf die Frage nach einem Kaufinteresse. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte vor einigen Tagen unter Berufung auf Finanzkreise erfahren, dass die krisengeplagte Citigroup einen Verkauf ihrer auf Privatkunden spezialisierten Deutschland-Tochter prüfe. Eine Entscheidung wird Anfang Mai erwartet. Die "Financial Times Deutschland" (FTD) berichtet, dass sich die Deutsche Bank bereits auf ein Gebot für die Citibank vorbereite.

Die Citibank schweigt sich zu ihrer Zukunft in Deutschland jedoch aus. Der geschäftsführende Bankchef Franz Josef Nick sprach von Marktspekulationen, die er nicht kommentieren wolle. Citigroup-Chef Vikram Pandit überprüfe derzeit die weltweite Strategie der US-Großbank. Im Mai seien Ergebnisse zu erwarten. "Bis dahin sind wir genauso gespannt wie Sie", sagte Nick in Frankfurt. Aus Finanzkreisen verlautete, dass Pandit auch die deutsche Citibank auf den Prüfstand gestellt habe. Besonders das Ratenkreditgeschäft als Kernsegment der Citibank könne verkauft werden, hieß es.

Citibank-Gewinn in Deutschland eingebrochen

Und zwar nicht ohne Grund: Im hart umkämpften deutschen Privatkundenmarkt tut sich die Citibank weiterhin schwer. Trotz gestiegener Kundenzahl verdiente die Bank im vergangenen Jahr nach Steuern nur 365 Millionen Euro und damit fast 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Dabei stieg die Kundenzahl der Bank mit Sitz in Düsseldorf um netto 50.000 auf 3,25 Millionen.

Unklar ist der "FTD" zufolge auch, ob Pandit möglicherweise gleich weitere Teile des Europageschäfts im Paket anbietet. "Das wäre für die Deutsche Bank dann besonders interessant", zitiert die Zeitung einen Insider. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte erst am Mittwoch erneut Zukäufe angekündigt. Er bekräftigte das Interesse seines Hauses an einer Übernahme der Postbank. Allerdings müssten der Preis und die Bedingungen des Verkaufs stimmen. Das gelte auch für andere mögliche Kaufziele. "Wenn sich sinnvolle Gelegenheiten bieten und Wert für unsere Aktionäre geschaffen wird, werden wir auch künftig eine aktive Rolle bei der Konsolidierung des deutschen Bankenmarktes spielen", sagte Ackermann.

Reuters/DPA / DPA / Reuters