Konflikt IG Metall: Uneinigkeit über Streik-Konsequenzen


Nach den gescheiterten Streiks für eine Einführung der 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland herrscht in der IG Metall Uneinigkeit über mögliche personelle Konsequenzen.

Nach der historischen Tarif-Niederlage beim ergebnislos beendeten Streik in Ostdeutschland herrscht in der IG Metall weiter Uneinigkeit über mögliche Konsequenzen. Offen bleibt, ob der designierte neue IG-Metall-Chef Jürgen Peters weiter für die Gewerkschaftsspitze kandidiert und ob Streikleiter Hasso Düvel als Bezirkschef im Amt bleibt.

Personeller Neuanfang?

Der für Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen und Thüringen zuständige Leiter des IG-Metall-Bezirks Frankfurt, Klaus Mehrens, sprach sich indirekt für einen Rückzug von Peters aus. "Wenn ich in der Situation (von Peters) wäre, würde ich ernsthafte persönliche Konsequenzen in Erwägung ziehen", sagte Mehrens der "Rheinpfalz" (Dienstagausgabe). Ein personeller Neuanfang könne der IG Metall helfen, aus der derzeit schwierigen Situation heraus zu kommen.

Rückendeckung erhielt Peters dagegen aus dem Saarland von den 70.000 Saar-Metallgewerkschaftern. Alle vier Verwaltungsstellen der IG Metall im Saarland stärkten Peters in einer Umfrage der "Saarbrücker Zeitung" (Dienstagausgabe) den Rücken.

Düvel räumt Fehler ein

IG-Metall-Bezirksleiter Düvel schließt einen Rücktritt offenbar nicht mehr aus. "Ich stehe zu meiner Verantwortung und werde meine Fehler analysieren. Mir ist klar, dass ich über Konsequenzen nachdenken muss", sagte der Bezirksleiter für Berlin, Brandenburg und Sachsen der "Sächsischen Zeitung" (Dienstagausgabe). Eine Entscheidung will er bis zur nächsten Vorstandssitzung am 8. Juli treffen. Düvel räumte Fehler der Gewerkschaft ein. "Wir haben nicht erkannt, dass sich die Stimmung im Land gegen die Gewerkschaften gerichtet hat. Auch war nicht absehbar, dass es wirtschaftlich so bergab geht. Und dann sind uns mit zunehmender Dauer die Felle davon geschwommen", sagte er dem Blatt.

Arbeitszeitverkürzung bei Porsche

Unterdessen gab das Automobilunternehmen Porsche bekannt, dass man für das Werk in Leipzig einen Haustarifvertrag ausgehandelt habe. Darin hätten sich das Unternehmen mit dem Betriebsrat und der IG Metall unter anderem auf eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 40 auf 38 Stunden verbindlich geeinigt, hieß es in einer Erklärung des Unternehmens vom Montagabend. Die Neuregelung, die am 1. August in Kraft trete, sei frühestens im Jahr 2006 kündbar.


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