Lufthansa-Streik Und nun die Piloten ...


Der Streik des Bodenpersonals der Lufthansa ist gerade beendet, da muss sich laut einem Medienbericht die Fluggesellschaft auf einen erneuten Arbeitskampf einstellen. Offenbar planen die Piloten den Ausstand. Unabhängig davon läuft der Flugbetrieb noch längst nicht wieder rund.

Nach dem Ende des Arbeitskampfs beim Bodenpersonal rollt auf die Lufthansa offenbar bereits die nächste Streikwelle zu. Die Piloten der Unternehmenstöchter Cityline und Eurowings planten einen erneuten Ausstand, schreibt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Dem Bericht zufolge ist ein dreistündiger Warnstreik geplant, an dem sich nun auch direkt beim Konzern beschäftige Piloten beteiligen wollten. Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) war für eine Stellungnahme am Samstag nicht erreichbar, ein Lufthansa-Sprecher wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Personalvorstand Stefan Lauer hatte am Freitag von einem neuen Angebot berichtet, laut VC laufen Gespräche im Hintergrund. Zuletzt hatten die rund 1.100 Piloten 36 Stunden lang gestreikt, fast 1.000 Flüge mussten gestrichen werden.

Auch nach dem Ende des Streiks beim Bodenpersonal müssen sich die Passagiere auf erhebliche Beeinträchtigungen einstellen. Am Samstag und Sonntag fallen jeweils 130 Flüge aus, wie Unternehmenssprecher Michael Lamberty sagte. 30 davon seien Langstreckenflüge. Ab Dienstag werden es demnach voraussichtlich noch 40 Flüge täglich sein, darunter 5 bis 6 Langstreckenflüge.

Zahlreiche Flugzeuge warten auf Checks

Grund für die andauernden Verzögerungen ist laut Lamberty, dass wegen des Streiks zahlreiche Flugzeuge nicht gewartet oder repariert wurden und nun erst nach und nach wieder "eingespult" werden könnten. Die Lufthansa arbeite unter Hochdruck an der raschen Normalisierung des Flugverkehrs. Fluggäste können sich unter lufthansa.com und 0800-8506070 informieren.

Die Lufthansa und die Gewerkschaft ver.di hatten sich am Freitag auf einen Tarifabschluss geeinigt, nach dem die Bezüge der rund 34.000 Beschäftigten des Bodenpersonals in zwei Stufen um 7,4 Prozent steigen.

Bsirske weiter unter Beschuss

Die Kritik an ver.di-Chef und Lufthansa-Aufsichtsrat Frank Bsirske, der laut "Bild" zusammen mit seiner Frau kurz vor Beginn des Streiks mit einem Lufthansa-Freiflug in der ersten Klasse in die Südsee flog, hielt an. "Bsirske agiert nach dem Motto: links reden, rechts leben. Eigentlich müsste er jetzt zurücktreten", sagte der CSU-Wirtschaftsexperte Hans Michelbach der "Bild"-Zeitung. Bsirske habe seine Leute während des Arbeitskampfs im Stich gelassen. Auch FDP-Generalsekretär Dirk Niebel forderte Bsirskes Rücktritt. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Fuchs verlangte seinen Rückzug aus dem Aufsichtsrat. Auch in der Vergangenheit war Bsirske wegen seiner Doppelrolle kritisiert worden: Als Gewerkschaftsfunktionär rief Bsirske mehrfach zu Streiks auf, die der Lufthansa Kosten verursachten; als Aufsichtsratsmitglied soll er aber eigentlich dem Wohle des Unternehmens dienen. Zwtl: Ver.di lehnt Rücktritt Bsirskes ab Die Gewerkschaft wies die Rücktrittsforderungen zurück. Die Forderungen seien absurd und stammten von den üblichen Verdächtigen, sagte ver.di-Sprecher Harald Reutter dem WDR. Reutter bestätigte, dass Bsirske im Rahmen der für Aufsichtsräte üblichen Regelungen für Freiflüge auf Kosten des Unternehmens Erster Klasse von Frankfurt nach Los Angeles geflogen sei. Bsirske mache von dieser Möglichkeit äußerst zurückhaltend Gebrauch, sagte Reutter. Den Anschlussflug zum Zielort habe Bsirske zudem aus eigener Tasche bestritten.

AP AP

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