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LUFTVERKEHR: EasyJet wird größter Billigflieger Europas

Die britische EasyJet kauft ihren Konkurrenten Go und steigt damit zum größten europäischen Billigfluganbieter vor der irischen Ryanair auf.

Der Kaufpreis für die ehemalige Tochter von British Airways (BA) beträgt 374 Millionen Pfund (598 Mio Euro). EasyJet will auch die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Deutsche BA übernehmen. Dazu versicherte EasyJet-Chef Ray Webster am Donnerstag in London, dass die Preise nach der Übernahme des bisherigen Rivalen nicht steigen werden. »Wir brauchen niedrige Preise, um den Markt zu stimulieren.« Der Wettbewerb mit den etablierten Gesellschaften wie British Airways und Lufthansa wird sich noch verstärken.

Go verschwindet als Marke

Die angesehene Go-Chefin Barbara Cassani, die gegen die Fusion gewesen sein soll, scheidet aus. Der Name Go soll ebenfalls verschwinden. Der bisherige Go-Besitzer, die Kapitalgesellschaft 3i, hatte das Unternehmen erst im vergangenen Juni für gerade einmal 110 Millionen Pfund von British Airways gekauft. EasyJet will den Kauf mit einer Kapitalerhöhung finanzieren, die 276,7 Millionen Pfund einbringen soll. Dafür werden den Aktionären neue Aktien für jeweils 265 Pence angeboten.

Bisher erfolgreich

EasyJet wurde 1995 von dem griechischen Millionärssohn Stelios Haji-Ioannou gegründet und fliegt jetzt mit 31 Flugzeugen 40 Ziele innerhalb von Europa an. Hauptbasis ist der Flughafen Luton nördlich von London. Die Gesellschaft hat 1.900 Beschäftigte und steigerte bis Ende März in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres ihren Vorsteuergewinn auf eine Million Pfund (1,6 Mio Euro). Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte das Unternehmen noch einen Verlust von zehn Millionen Pfund (16 Mio Euro) verzeichnet. Der Umsatz stieg von 142,8 auf 193,9 Millionen Pfund. 90 Prozent der Kunden buchen inzwischen im Internet.

Billigflieger erfolgreich

Go begann 1998 als BA-Tochter und fliegt heute von London-Stansted, Bristol und anderen englischen Flughäfen aus 38 Ziele mit 22 Maschinen an. Bei den Routen gibt es nur wenige Überschneidungen mit EasyJet. Go verzeichnete im Geschäftsjahr bis Ende März einen Gewinn in Höhe von 17 Millionen Pfund (27 Mio Euro), verglichen mit 4,2 Millionen Pfund (6,7 Mio Euro) im Jahr zuvor. Beide Gesellschaften verbuchen drastisch steigende Passagierzahlen.

Ryanair bleibt unbekümmert

Ryanair-Chef Michael O?Leary hatte schon in der vergangenen Woche zu der erwarteten Übernahme Stellung genommen: »Das kümmert uns gar nicht«, sagte er. Wenn sich Gesellschaften mit höheren Kosten als Ryanair zusammentäten, ergebe das noch lange kein konkurrenzfähigeres Unternehmen.