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Magna-Deal: EU will Opel-Verkauf nicht blockieren

Versöhnliche Signale aus Brüssel im Opel-Hickhack: Die EU wolle den Verkauf an Magna nicht blockieren, sondern nur die Einhaltung der Regeln sicherstellen, sagte Kommissionssprecher Jonathan Todd. Opel-Mutter General Motors teilte derweil mit: Sollten die Verhandlungen scheitern, gebe es auch einen Plan B.

Nach wochenlangem Gerangel steigen die Chancen für einen baldigen Abschluss der Opel-Übernahme durch den Autozulieferer Magna. "Es ist nicht das Ziel der Europäischen Kommission, ein bestimmtes Geschäft zu prüfen und zu blockieren", betonte Kommissionssprecher Jonathan Todd am Dienstag in Brüssel. Im Fall Opel wolle man lediglich sicherstellen, dass staatliche Hilfen nach akzeptablen Regeln vergeben würden. Die deutsche Regierung habe inzwischen klargestellt, dass Staatshilfen nicht an einen bestimmten Investor oder Investorenplan geknüpft sind, sagte Todd. GM und die Opel-Treuhand würden nun erneut über den Verkauf beraten: "Wir erwarten, dass sie ihre Beratungen im Laufe dieser Woche abschließen."

"Wir müssen nur diese Woche abwarten"

Auch der Vorsitzende des Treuhand-Beirates, Fred Irwin, machte deutlich, dass er mit einer Entscheidung noch in dieser Woche rechnet. "Die Entscheidung muss so schnell wie möglich fallen", sagte Irwin im Deutschlandradio. Das Bieterverfahren um Opel werde nicht neu eröffnet. Der Verwaltungsrat von GM werde in dieser Woche erneut tagen und eine Entscheidung treffen. Alle Beteiligten seien bemüht, eine Insolvenz von Opel zu vermeiden: "Wir müssen nur diese Woche abwarten."

Irwin verteidigte die Entscheidung für das Magna-Konsortium als künftigen Opel-Mehrheitseigner. Von den ursprünglich vier potenziellen Opel-Investoren habe nur Magna die für einen Zuschlag notwendigen wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllt. Allein aus diesem Grund habe auch die Bundesregierung Magna favorisiert.

GM-Boss Fritz Henderson bestätigte unterdessen, dass es bei General Motors Überlegungen gibt, Opel zu behalten, falls der Verkauf an Magna doch noch scheitern sollte. Der Verkauf an den kanadischen Zulieferer bleibe die beste Option für Opel, sagte Henderson in New York. Er gehe davon aus, dass die Bundesregierung die im Dialog mit der EU noch offenen Fragen klären werde. Sollten die Verhandlungen aber scheitern, werde GM einen Plan B erwägen, nämlich Opel zu behalten.

Arbeiter in Spanien wollen die Arbeit niederlegen

Spanische Gewerkschaften kündigten derweil wegen der von Magna im Opel-Werk Saragossa geplanten Stellenstreichungen einen viertägigen Streik an. "Die ganze Produktion wird an diesen vier Tagen zum Stillstand kommen", sagte Gewerkschaftsführer José Juan Arceiz. Am 28. und 30. Oktober sowie am 3. und 5. November soll die Arbeit in dem Werk im Nordosten Spaniens ruhen. Im Werk Saragossa werden die Modelle Corsa, Meriva und Combo gebaut. Ein Streik hätte mittelbar auch Auswirkungen auf das Opel-Werk in Eisenach. Die Fabrik in Thüringen wird nach Unternehmensangaben von Saragossa aus mit Karosseriebauteilen für den Corsa beliefert.

Spaniens Gewerkschaften hatten Magnas Plänen bereits am Montag eine Absage erteilt und mit Streiks gedroht. Das Angebot des Zulieferers, der gemeinsam mit der russischen Sberbank die Mehrheit an Opel übernehmen will, bezeichneten sie als unzureichend. Im Opel-Werk in Saragossa sollen 1.350 von 7.500 Arbeitsplätzen abgebaut werden. Zugleich sollen Teile der Corsa-Produktion nach Eisenach verlagert werden.

AP / AP