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Mehrwertsteuer: Nur Luxemburg und Zypern zahlen weniger

Die Umsatzsteuer gehört zur stäksten Einnahmequellen des Staates. Seit ihrer Einführung hat die Bundesregierung die Steuer sechsmal erhöht. Nur Zypern und Luxemburg zahlen weniger.

Die Umsatzsteuer ist eine Verbrauchssteuer, die sich auf den Konsum von Gütern und Dienstleistungen bezieht. Sie ist für den End – oder Letztverbraucher bestimmt, wobei sie, wie alle Verbrauchssteuern, keine Rücksicht auf die persönlichen Verhältnisse des Steuerzahlers nimmt.

Die Steuersätze von derzeitigen sieben beziehungsweise 16 Prozent gelten für alle Steuerpflichtigen und werden von Einkommen oder Familienstand nicht beeinflusst. Anders wie zum Beispiel bei der Einkommensteuer, die wie der Name verrät, vom Einkommen des Steuerzahlers abhängt.

Der Normalsatz von 16 Prozent bezieht sich auf den jeweiligen Umsatz beziehungsweise Preis des Produktes. Für einige Produkte, wie zum Beispiel Lebensmittel, gilt ein ermäßigter Satz von sieben Prozent oder einer vollständigen Steuerbefreiung, damit Haushalte mit geringerem Einkommen entlastet werden.

In Deutschland wird die Umsatzsteuer nach dem Prinzip der "Allphasen-Nettoumsatzsteuer" erhoben, wonach zunächst jeder Umsatz auf den verschiedenen Produktionsstufen besteuert wird. Damit es zu keiner doppelt und dreifachen Zahlung der Steuer kommt, können Unternehmen die beim Kauf von Vorleistungen gezahlte Umsatzsteuer als "Vorsteuer" vom Finanzamt zurückverlangen. Somit ist nur der steuerzahlende Bürger am Ende der betroffen von der Mehrwertsteuer.

Im Vergleich zu anderen EU-Ländern steht Deutschland recht gut dar

Die Geschichte der Mehrwertsteuer, damals noch Umsatzsteuer, reicht bis ins Altertum zurück. Das heutige System aus Umsatzsteuer mit Vorsteuerabzug gilt seit 1968. Fast einstimmig verabschiedete der Bundestag das "Umsatzsteuergesetz" und startete am 1. Januar 1968 die Reform mit zehn Prozent als vollem Satz und fünf Prozent als ermäßigten Satz. Im Juli desselben Jahres erfolgte bereits die erste Steuererhöhung auf elf und 5,5 Prozent. Zehn Jahre später, diesmal mit nur drei Stimmen Mehrheit, die zweite Anhebung auf zwölf und sechs Prozent. 1979 beschloss die Bundesregierung bereits die nächste Erhöhung auf 13 und 6,5 Prozent.

Im Juli 1983 erlebte die Bundesrepublik bereits die vierte Anhebung der Mehrwertsteuer um ein weiteres Prozent des allgemeinen Satzes und ein Halbes des ermäßigten innerhalb 15 Jahren. Zu Beginn des Jahres 1993 wurde erstmals seit 1968 nur der allgemeine Steuersatz angehoben und betrug nun 15 Prozent. Zum letzten und sechsten Mal stieg die, heute so umstrittene, Mehrwertsteuer an. Erneut wurde nur der allgemeine Satz erhöht und beträgt seitdem 16 Prozent.

Im Vergleich zu anderen EU-Ländern liegt Deutschland mit 16 und sieben Prozent auf Platz zwei gemeinsam mit Spanien. Nur Luxemburg mit 15, zwölf, neun, sechs oder drei Prozent und Zypern mit 15 und fünf Prozent haben niedrigere Steuersätze. An der Spitze liegen Dänemark und Schweden mit jeweils 25 Prozent gefolgt von Finnland mit 22, 17 und acht Prozent. Die anderen liegen zwischen 17,5 und 22 Prozent.

Niklas Werklund
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