HOME

eBay: Auch Powerseller haben Pflichten

Manche Internet-Nutzer besorgen sich systematisch Waren, um sie beim Marktplatz eBay weiterzuverkaufen. Dann sollten sie sich aber auch beim Gewerbeaufsichtsamt anmelden - sonst gibt's Stress mit den Finanzbehörden.

Je nach Höhe von Umsatz oder Gewinn werden dann beim Powerseller Einkommens- und Umsatzsteuer fällig, erklärt Gunnar Kauffmann, Steuerberater mit Schwerpunkt Multimediarecht.. Nach Ansicht der "Powersellerin" und Buchautorin Marion von Kuczkowski werden hier die meisten Fehler gemacht: "Viele User bewegen sich auf sehr dünnem Eis, wenn sie denken, dass das Finanzamt ihnen nicht auf die Schliche kommt."

Steuerfahndung sucht gezielt nach Verkäufern

Die Zeiten, in denen Finanzämter mit Internetauktionen nichts anfangen konnten, sind vorbei. "Die Finanzverwaltung ist ziemlich aktiv", sagt Steuerberater Kauffmann. In Nordrhein-Westfalen etwa gibt es eine Internet-Abteilung bei der Steuerfahndung, die gezielt nach gewerblichen Verkäufern sucht.

Steuersünder können sich - bevor sie geschnappt werden - mit einer Selbstanzeige behelfen. Auf Steuergefährdung und -verkürzung stehen hohe Bußgelder, auf Steuerhinterziehung sogar Gefängnis. Dabei sind nicht nur "Powerseller" betroffen. Ausschlaggebend ist die Beschaffung von Waren mit der Absicht, sie weiter zu verkaufen.

Seminare für Powerseller informieren

Die Bezeichnung "Powerseller" ist kein rechtlicher Begriff, sondern steht für die Teilnehmer des gleichnamigen Programms. Um sich dafür zu qualifizieren, muss ein Verkäufer unter anderem mindestens 300 Artikel im Monat verkaufen oder ein Handelsvolumen von mindestens 3.000 Euro auf dem Online-Marktplatz erreichen.

Die Firma eBay aus Dreilinden muss sich nach geltendem Gesetz aus der konkreten Beantwortung von rechtlichen Nutzerfragen heraushalten. "Dennoch sind wir bestrebt, den Nutzern anhand abstrakter Antworten Lösungswege aufzuzeigen", sagt Sprecherin Maike Fuest. Bei Schulungen, die eBay mit seinen Universities oder IHK-Workshops organisiert, "informieren externe Experten über rechtliche Grundlagen des Handels."

eBay-Mitglieder müssen Identität lüften

Nicht nur den Behörden gegenüber haben die Extrem-Verkäufer Pflichten. Auch mit ihren Kunden müssen sie als Händler anders umgehen, als wenn sie als Privatleute anderen Privatleuten etwas verkaufen. "Wer als Unternehmer mitmischen möchte, muss ein paar Spielregeln beachten", erläutert Rechtsanwalt Uwe Schlömer aus Hamburg, zu dessen Spezialgebieten Online-Auktionen zählen. Zu den Spielregeln gehörten die gesetzlichen Vorschriften zum Fernabsatz und zum elektronischen Geschäftsverkehr, die ein ganzes Bündel von Informations- und Belehrungspflichten vorsehen.

"Noch hält sich der Irrglaube, man müsse seine Identität als eBay-Mitglied nicht preisgeben", sagt Schlömer. Richtig sei, die vollständige Anschrift sowie die Liefer- und Versandkosten mitzuteilen und über Widerrufs- und Rückgaberechte zu belehren. Bei Mängeln an der verschickten Sache haftet der Verkäufer. "Die gesetzliche Gewährleistungsfrist beträgt im Grundsatz zwei Jahre", erklärt Schlömer. Entspricht die Ware nicht der Beschreibung, muss der Verkäufer neu versenden.

Verena Wolff, dpa / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.