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Milliardentransfer: Deutsche Bank verkauft US-Immobilienkredite

Die Deutsche Bank trennt sich von milliardenschweren Immobilienkrediten in den USA. Käufer des Pakets mit Darlehen im Umfang von 3,7 Milliarden Dollar ist der japanische Finanzkonzern Mitsubishi UFJ.

Die Deutsche Bank kommt mit ihren Aufräumarbeiten in der Bilanz voran: Sie verkauft ein 3,7 Milliarden Dollar schweres Paket an gewerblichen Immobilienkrediten in den USA. Abnehmer ist die japanische Bank Mitsubishi UFJ Financial Group (MUFG), die den Deal am Montag bekanntgab. Die Deutsche Bank bestätigte den Verkauf auf Nachfrage, hielt sich aber zum Preis bedeckt. Der US-Immobilienmarkt hat sich zuletzt zwar deutlich erholt. Doch in der Regel wechseln Hypotheken den Besitzer mit einem Preisabschlag.

Deutschlands größtes Geldhaus profitiert dennoch von der Transaktion. Denn das Portfolio stammt Finanzkreisen zufolge aus den Altbeständen der Postbank und lagerte zuletzt in der konzerninternen "Bad Bank" (NCU). Mit dem Abverkauf dieser nicht-strategischen Papiere setzt die Deutsche Bank Kapital frei, um die strengeren Auflagen der Regulierer nach dem neuen Regelwerk Basel III zu erfüllen. Die NCU hatte bei ihrem Start ein Volumen von rund 120 Milliarden Euro. Bis Ende 2012 schrumpfte sie bereits auf 95 Milliarden, bis Ende diesen Jahres sollen es nach Angaben vom Januar weniger als 80 Milliarden sein. Der jüngste Portfolio-Verkauf wird im laufenden zweiten Quartal verbucht.

Viele deutsche Geldhäuser im Ausland auf dem Rückzug

Notleidend sind die jetzt verkauften Immobilienkredite aber offenbar nicht. MUFG erklärte, mehr als die Hälfte der Darlehen seien in den Metropolen New York City, Los Angeles und Chicago ausgereicht worden. Gerade dort zogen die Preise seit der Finanzkrise deutlich an, Büroflächen in den Innenstädten sind knapp. MUFG drängt seit längerem mit aller Macht in den US-Markt. Nun steigt die japanische Bank zum neuntgrößten gewerblichen Immobilienfinanzierer in den USA auf, bislang lag sie auf dem 17. Platz. Käufer des Deutsche-Bank-Portfolios, mit dem auch einige Mitarbeiter hinüber wechseln, ist die in San Francisco ansässige MUFG-Tochter Union Bank.

Viele deutsche Geldhäuser sind in der kapitalzehrenden Immobilienfinanzierung im Ausland auf dem Rückzug, auch die Commerzbank. Die japanischen Banken wiederum profitieren derzeit nicht nur von der ultralockeren Geldpolitik der dortigen Notenbank. Sie sind auch gut kapitalisiert und abgekoppelt von der europäischen Schuldenkrise, die vielen Geldhäusern in der EU zusetzt. Mit prall gefüllten Kassen - denn die heimischen Kunden rufen weniger Kredite ab als erhofft - gehen sie deshalb auf Einkaufstour im Ausland. Das gilt auch für die MUFG-Rivalen Mizuho Financial Group und Sumitomo Mitsui Financial Group.

ds/Reuters/DPA / DPA / Reuters